...Lübeck und seine Zukunft...war: es war einmal: Libau - Frage nach Raum und Orgel

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 20. Oktober 2024, 00:44 (vor 694 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Bestätigung: Die Große Orgel in Jakobi wird sehr intensiv auch von der Musikhochschule genutzt, für Unterricht und Konzerte. Studierende sind auch in den Gottesdienstbetrieb eingebunden. Da die Stellwagen-Orgel natürlich bezaubernd ist, dürfte nach meiner Schätzung die Sehnsucht nach einem weiteren Instrument dieser Richtung im selben Raum nicht so groß sein. (Und inzwischen gibt es ja noch das "Richborn-Positiv" von Kjersgaard...)

Wolfgang hat schon mal sozusagen konstruktiv weitergedacht. Meine Meinung:
Wenn eine Totentanzorgel rekonstruiert werden soll (dann müsste wohl auch die Astronomische Uhr woanders hin, die ja aus Rostocker Sicht - wir haben ein Original von 1473 - eh nicht so dolle ist...), muss nicht auch noch die Führer-Orgel des "Alte" bedienen.

*Noch* gibt es die Lübecker Knabenkantorei, und der Chorraum von St. Marien ist ideal für Choral Evensong (den auch andere Lübecker und auch durchreisende Chöre gerne singen würden). Als bekennender Fan dieser Gottesdienst-Form, die sich übrigens durch ihren geringen klerikalen Anteil auszeichnet und damit durchaus noch zukunftsfähig ist, muss ich bei jedem Besuch in Marien HL daran denken. Die Führer-Orgel könnte daher eher in eine solche Richtung beräumt (innerlich etwas entschlackt) werden.

Und zu einer Großen Orgel im Westen - ja, warum nicht irgendwie aufgeständert? (Kein Wortspiel!) Man schätzt die Möglichkeit der Nutzung des Westportals sehr (auch wenn es wohl seltenst genutzt wird), also so wie in Ratzeburg als Westabschluss des Langhauses würde es wohl nicht goutiert werden)
Und ja, sie könnte eine etwas kleinere Groß-Orgel sein.

In Rostock (tschuldigung) sage ich den BEsuchern auf der ORgelempore schon lange, dass das Orgeldings keine kirchliche Aufgabe mehr ist, denn für den Sonntag und seine normalerweise <40 Besucher reichen auch die recht gelungene Truhe und mein E-Piano dazu für mehr Bass und Abwechslung. Die Basilika und die 80-Register-Orgel braucht die Kirchengemeinde nicht. Aber unseren Vorfahren war sie wichtig, und die Transzendenz des Gebäudes kann mit guter Orgelmusik noch einmal stark zunehmen. Wissen wir ja. Deshalb ist die Orgel die Musik zum Film, der meistens kein liturgischer mehr sein wird.

Es geht darum, den Menschen davon zu erzählen, dass es Größeres gibt als sie und ihre Alltagswelt, und dass es schön und von Güte ist. Man muss ja nicht konkret werden. Das wird immer funktionieren, auch wenn Volkskirche schon Generationen zurückliegt.


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