Marien Lübeck - es war einmal...

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Donnerstag, 17. Oktober 2024, 00:05 (vor 697 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Vorweg, bevor das falsch rüberkommt: Das war absolut kein Plädoyer für die Erhaltung der Kemperin.

Und über die Verhältnisse in Jakobi weißt du bestimmt sehr viel mehr als ich. Mir ging es jetzt auch nicht in erster Linie um Jakobi, das war ein, zugegeben, eher leichtfüßiges Gedankenspiel am Rande.

Aber die Frage nach der Zukunft von Marien wiegt halt sehr viel schwerer.
Vielleicht wäre es, zumindest aus kirchlicher Sicht (die da ohnehin nicht - mehr - einzige Akteurin ist/sein sollte), am ehrlichsten, die Lücken auch sichtbar zuzulassen, die nunmal gerade da sind. Und also es konsequenterweise künftig einer ausschließlich kulturell interessierten Öffentlichkeit selbst zu überlassen, wie es damit weitergehen soll.

Mir ist durchaus bewußt, daß das eine Entwicklung meint, wie sie sich bspw. in den Niederlanden schon seit mehreren Jahrzehnten vollzieht. Aber wie gesagt, solange sich der gesamtgesellschaftliche Kurs nicht ändert, hier wie dort, wird sich daran auch nichts ändern. Allen kurzlebigen kirchlichen Projekten zum Trotz. Ich hab' schon an anderer Stelle öfter gesagt: Wir müssen überwintern lernen. Das ist m. E. auch die größere Aufgabe für Seelsorge und Verkündigung als eine krampfhafte Aufrechterhaltung einer Illusion von lebendiger Kirchlichkeit. Und das meine ich alles andere als "defätistisch" oder deprimiert: Wenn man überwintert, denkt und lebt man auf den Frühling hin. Wenn man etwas Vergangenes künstlich am Leben erhält, wird man von der Zukunft überrollt.
Das heißt nicht, daß man jedem Schwätzer glauben muss, der einem erzählen will, was alles zu diesem "Vergangenen" gehört, mitnichten. Aber zu leugnen, daß gerade Winter ist, richtet nur mehr Schaden an.


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