Libau - Frage nach Raum und Orgel

Max Reger @, Wallfahrtsstadt Kevelaer, Freitag, 18. Oktober 2024, 19:38 (vor 695 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von Max Reger, Freitag, 18. Oktober 2024, 20:26

Wer behauptet eigentlich, dass die "Spanplatten-Windladen" ein Sanierungsfall sind?
Worin genau besteht der Mangel?
Welche "sonstigen Teile aus Spanplatte" sind denn noch betroffen?
Worin genau besteht denn der Mangel? Gibt es dazu detailliertere Angaben und vielleicht sogar Fotos?

Sind "zu enge Mensuren" und vermeintliche "Dispositionsfehler" ein Grund für die Beseitigung eines Orgelwerkes?

Danke für diese interessante Fragestellung, der ich mich gerne anschließen und dahingehend erweitern möchte, welche Bestandteile der Windladen dort aus Spanplatte angefertigt sind (ich bin mit Kempers Bauweise kaum vertraut, weiß aber, daß er zum Beispiel auch Sperrholz mit Mahagoni-Furnieren zum Windladenbau verwendet hat).

Ich stelle die Frage nicht ohne Hintergründe, da mir nämlich selbst schon die Verwendung vom Spanplatten im Bereich Stöcke und Windladen untergekommen ist.

Zuverlässig weiß ich das im Falle Lübeck nur von den Stöcken. Solange diese, wovon ich ausgehe, intakt sind, kann ich kein Problem erkennen. Weder wird klanglich irgendein Unterschied verifizierbar sein,noch kann man statisch oder sonstwie ernsthaft Bedenken anmelden.

Wieviele Orgeln sind mir beruflich begegnet mit Spanplattenverwendung? Von Klais über Walcker bis sonstwo.....und technisch ist da niemals etwas problematisch gewesen.
Natürlich haben meine Kollegen und ich
die Orgeln renoviert - und alles ist gut geworden und geblieben.
Wer (wie OSV Petersen im Falle Lübeck) behauptet, dass die Kemper-Orgel ein gravierendes Problem darstelle, weil die Materialien Formaldehyd ausgasten und ein nicht zu vernachlässigendes Potential an Gefährdung darstellten, der sollte das mit einer Raumluftanalyse belegen. Solange das nicht passiert ist, bezeichne ich ihn als Panikmacher und Scharlatan.

Ich saniere gegenwärtig ein Walcker-Positiv der Gattung D5 (Stöcke aus Multiplex) mit allerhand Spanplattenmaterial. Der Werkstoff stellt sich als formstabil und in keiner Weise problembehaftet dar.
Aus dem "leisen Fön"(O-Ton der Kirchenmusiker) ohne jedes Spielgefühl wird jetzt etwas richtig klangpräsentes mit einer vorzeigbaren Spielsensorik - gut 70 Jahre nach seiner Erbauung.

In der heutigen Zeit wird kaum jemand noch mit Spanplatte arbeiten - ich ganz bestimmt nicht. Das bedeutet aber doch nicht, dass man ihren Einsatz grundsätzlich verdammen muss, wo er geschehen ist. Es sei denn, dass man mit Klischees Orgel-Abbruch-Politik verfolgt.
Zumal die heutzutage oft eingesetzte MDF-Platte doch auch nicht hochwertiger ist - eher im Gegenteil, denn das ist ja wirklich nur noch zusammengeklebter Faserbrei...


gesamter Thread:

 

powered by my little forum