Libau - Frage nach Raum und Orgel

Max Reger @, Wallfahrtsstadt Kevelaer, Mittwoch, 16. Oktober 2024, 23:19 (vor 698 Tagen) @ Max Reger

Poupoulcorouse schrieb:
"Und rechtfertigt das, in Marien für teures Geld, das woanders fehlt, eine kirchliche Normalität vorzugaukeln, die längst nicht mehr existiert?"

K.-B.Kropf schrieb:
"Der Niedergang hochkirchlicher Kultur in der Lübecer Innenstadt ist zweifellos bewegend und bedrückend, aber in manch anderen deutschen Gegenden wäre die Hälfte der Kirchen bereits völlig geschlossen oder an andere Religionsgemeinschaften abgegeben worden."


Was sich in Lübeck, St.Marien ereignet, ist einzig dem Umstand zu verdanken, dass es sich eben um dieses Ausnahmebauwerk handelt. Soll heißen: Alleine so etwas wie Orgelneubaupläne zu schmieden, die sich im Bereich zwischen mindestens sechs und acht Millionen Euro bewegen, wäre an (fast) jeder anderen Kirche als vollkommen absurd qualifiziert worden. Und zwar wohlbegründet. Da würde jeder Kirchenvorstand mit Verstand den Organisten fragen, ob er sich in der Stelle vertan hat.
St. Marien ist aus sich heraus ein "Selbstläufer", wo das Geld niemals ausgehen wird. Lediglich der "Bestandsschutz" der mittelalterlichen Kirchen trägt noch (u.a.) in Lübeck. Bei Kirchen des 19. + 20. Jahrhunderts wird da um ein vielfaches leichter "der Stecker gezogen".
Aber auf dieser Gewissheit wird sich insbesondere die Nordkirche nicht mehr lange ausruhen...

Als in einer Essener Kirche (50er Jahre, Baudenkmal) vor zehn Jahren das Dach erneuert werden musste, hat das Bistum sich die Zahlen der Messbesuche und des Gemeindelebens zeigen lassen und nur wegen eindrucksvoller Werte steht diese Kirche noch in der Baulast des Bistums.
Solch eine Erwägung wird in der Nordkirche (schon aus Prestigegründen) sicherlich niemals angestellt werden bei St. Marien.


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