MDF, war Lübeck, war Libau

MCVL @, Samstag, 19. Oktober 2024, 10:00 (vor 693 Tagen) @ Max Reger
bearbeitet von MCVL, Samstag, 19. Oktober 2024, 10:19

Regelmäßig wird auch zur Herstellung von Tischlerplatten (bei Dreischichtplatten weiß ich es nicht) dieser Bindestoff verwandt.

Für diejenigen, die in der Herstellung und den Bestandteilen von Holzwerkstoffen nicht ganz firm sind, möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz ein paar Worte dazu schreiben.
Ein Bekannter von mir war Verfahrenstechniker bei einem der größten Holzwerkstoffhersteller Europas (mittlerweile ist er im Ruhestand).
Die Herstellung gerade von Span- und Faserplatten hat mir mein Bekannter einmal aus Sicht des Holztechnikers genau nahegebracht. Die Verwendung von Formaldehydleim hat etwas mit den Prozessabläufen bei der Verpressung des Spänekuchens und mit den Ablüftzeiten des Lösungsmittels Formaldehyd zu tun, Leime auf Wasser- oder Epoxidharzbasis würden dort versagen. Es gab wohl in der DDR, in den Jahren vor dem Zusammenbruch recht vielversprechende Versuche bei einem Holzwerkstoffhersteller in Nordsachsen, Spanplatten mit wasserlöslichen Leimen herzustellen. Dies ist aber in den Wirren der Wende- und Nachwendezeit untergegangen.
Mit den Mehrschichtplatten bin ich mir auch nicht ganz sicher, ich würde es aber eher bejahen, daß dort auch Formaldehyleim verwendet wird. Dazu kann ich aber meinen Bekannten gerne einmal befragen.

Aber auch in jenem Kontext habe ich Zweifel, dass Emissionen vorliegen, die arbeitsmedizinisch von Bedeutung sind für den Einsatz in der Kirche oder im Konzertsaal.

Es müsste ja auch bei Beschäftigten in der Holzwerkstoffindustrie oder in Branchen wie dem industriellen Möbel- oder Innenausbau eine signifikant hohe Zahl an berufsbedingten Krankheitsbildern vorliegen, die sich aus dem Umgang mit formaldehydhaltigen Materialien ergeben. Darüber ist zumindest mir nichts bekannt.


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