Romantisch - Symphonisch

Wolfgang Gourgé @, Sonntag, 23. März 2025, 22:29 (vor 534 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Sonntag, 23. März 2025, 22:34

...nicht prioritär barocke Terrassendynamik umsetzt, sondern zahlreiche feine dynamische Abstufungen aufweist und sich auch im Zusammenspiel mit großem sinfonischem Orchester klanglich behaupten kann.


Die Orgel ist wahrscheinlich das einzige Instrument, dass diese Terrassendynamik überhaupt wiedergeben kann (und oft auch muss). Zwar eignet sich der Begriff als methodisch-didaktisches Denkmodell zur Unterscheidung vom nachfolgenden "Mannheimer Crescendo", das ebenfalls als Denkmodell gewisse Reize hat, aber beide Begriffe laufen Gefahr, dass man zumindest in Einsteiger-Kreisen der klassischen Musik denkt, die Musik vor der Mannheimer Klassik war frei von Crescendo/Diminuendo, oder auch frei von agogischen Elementen. Und das finde ich inzwischen so abwegig, dass ich beide Begriffe nicht mehr direkt verwende, sondern nur in eine Zitat-Klammer ("früher beschrieb man das mit..") setzen würde.

....da will ich Dir jetzt gar nicht widersprechen (klar gab's Crescendo/Diminuendo und Agogik auch schon vor Mannheim, Bach hat ja sicher nicht gespielt, als ob er eine alte mechanische Schreibmaschine traktiert hat, auch wenn manche heutigen Interpret/inn/en das zu glauben scheinen), aber hier war ja eine allgemeine Unterscheidung gefragt, und es ist unvermeidlich, dass eine solche immer Randunschärfen hat, inhaltlich wie zeitlich, wo es oft fließende Übergänge und Überschneidungen gibt, wie etwa auch sonst in der Kunst: Impressionismus, Expressionismus, Realismus, (neue) Sachlichkeit, Kubismus, oder Jugendstil und Art Deco. Da kann man dann auch durchaus verschiedener Meinung sein, ob etwas noch zur einen oder schon zur nächsten Epoche gehört.....

Das ist ja das Schöne an Musik, Kunst, Kultur: "panta rhei", wir können nichts festnageln. Gut so, die Welt wäre sonst langweilig.....


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