Aus Lübeck, war: Orgel-Bewegungen, war: Woehl

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 23. März 2025, 20:12 (vor 536 Tagen) @ Max Reger

Und dann stellt sich angesichts dieser Entwicklung doch schon drängend die Frage:

Wie lange wird die Kirche in Lübeck noch Kirchenmusik(-er) auf dem jetzigen Level finanzieren?

Wer zuerst in Ruhestand geht, wird nicht nachbesetzt. Spekulation von mir, aber 90% wahrscheinlich.

Wie verhältnismäßig ist es, für gerade mal zwei Dutzend GD-Besucher pro Sonntag einen oder sogar mehrere festangestellte A-Musiker zu finanzieren?

es ist nur mehr einer - Unger ist halb für den (wie geschrieben noch florierenden!) Dom zuständig, die Leitung der Knabenkantorei an Marien ist m. W. auch nur 50%, jedenfalls nicht voll.

Wann muss Arvid Gast sich damit arrangieren, nacheinander in Marien, Jakobi und vielleicht noch andernorts die Orgel zu schlagen, während Herrn Ungers Stelle eingespart wird?

Oder Herr Unger damit, dass Gasts Stelle eingespart wird. Wie gesagt, wer zuerst geht... Siehe SChwerin, wo Jan Ernst (Dom) nicht nachbesetzt wird.

Ärger noch: St. Marien wird Veranstaltungsraum, Museum......und läuft als Kirchenraum aus, weil vollkommen unverhältnismäßig und unfinanzierbar. Ist es unrealistisch das anzunehmen für 2030?

Ja und Nein. Dass Gottesdienst eine Randerscheinung ist, ist bereits jetzt der Fall (so wie ein PKW ja auch die meiste Zeit herumsteht ;-). Dass aber gar nichts mehr dort gebetet wird (z. B. auch in der Mittagsandacht), das sehe ich erst in vielen Jahren.

Dazu eine Anekdorte: ein ganz junger Mann -späterer Student von Prof.Kraft und noch später Gymnasiallehrer (inzwischen schon längere Zeit im Ruhestand - erzählte mir mal, wie er des Sonntags in den 60er Jahren den großen Meister auf der (Totentanz-)Orgel vertrat im Hauptgottesdienst.
Nach seinen Worten ist es ein recht radebrechenes Orgelspiel gewesen, das er vom Spieltisch aus bot - zur größten Begeisterung von Klerus und Gemeinde. Das akademische Niveau des Marienorganisten hatte es demzufolge gar nicht sein müssen.... :-)))

Ja, dann passte die Kemper-Orgel ja perfekt zu den genügsamen Bedürfnissen der Gemeinde. (Ironie aus).


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