Orgel-Bewegungen, war: Woehl

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 23. März 2025, 15:08 (vor 535 Tagen) @ Max Reger

Dieses von mir benannte Buch hat Gerald jedem Mitarbeiter in der Werkstatt geschenkt, soweit ich mich entsinne.
In ihm zu lesen, ist für mich ein erheblicher Zuwachs an Erkenntnis, denn Summereder zeichnet nach, wie sogenannte Orgelsachverständige mit ihren Ideologien in ihrem Einflussbereich wirkten, aber auch, dass "gescholtene" Orgelbauer (wie u.a.Kemper) auch bemüht gewesen sind, zum Teil dem Zeitgeist widersprechend zu bewahren oder zumindest vor der Vernichtung zu dokumentieren, was sie für wertvoll erachteten. Mir hat dieses Buch den Ansatz vermittelt, Dinge mit Abstand zu betrachten, nicht leichtfertig zu urteilen....zu verurteilen. Inhalte und Gegebenheiten im Kontext zu bewerten und zu respektieren.
Diese Herangehensweise ist leider (auch) im Orgelbau nicht sehr verbreitet und zumindest ein Orgelsachverständiger, Ekkehard Isenberg, hat mir mit einer Aussage wirklich sehr aus der Seele gesprochen und mit Sachverstand und Lebensweisheit geäußert:

"WIR REIßEN ALLE 50 JAHRE UNSERE ORGELN AB UND FRAGEN UNS WEITERE 50 JAHRE SPÄTER,
WARUM WIR DAS GETAN HABEN."

Von der Nichtbeachtung dieser Einsicht lebt u.a. der Orgelbau nicht schlecht.
Und von einem solchen Vorgang wird man nach meiner Auffassung sprechen müssen in Lübeck, St.Marien.

Ja, da ist viel Wahres drin. Dass Woehl das Buch in der Werkstatt verschenkte, mag am Interview gelegen haben, doch erfährt man ja in diesem sehr viel vom "Chef" - und die restlichen Seiten dürfte Woehl trotzdem auch für lesenwert erachtet haben. Gute Aktion!
Isenbergs Satz ist ebenfalls hart, aber herzlich. Momentan läuft, um ein weiteres Mal davon zu sprechen, in Rostock nichts, daher ist die Frage gerade auf Pause geschaltet, ansonsten aber höchst brennend.

Und es wurde oben auf Marien Lübeck verwiesen. Da war ich vor 14 Tagen - ich berichte gleich... und sage schon hier, dass ich weiterhin skeptisch bin, dass wir dort einen Abriss erleben, der in soundsoviel Jahrzehnten betrauert werden wird.

Mir fällt da ein junger orgelinteressierter Mensch ein, der aber wenig Sachkunde besaß, und P. Planyavsky bekniete, mal die damalige Kauffmann-Orgel im Wiener Stephansdom bespielen zu drüfen. Warum? fragte P.P. Wegen der vielen Farben, war die Antwort. Da sind keine Farben nur Grau, sprach der Meister.

Ob der damals junge Mensch (Kontakt lange abgerissen) jetzt sagen würde: Ich hab es ja gleich gesagt!
Dann würden wir ihm antworten: Ja, aber technisch ist alles neu und von den Pfeifen die Hälfte.

Wäre das ein Schicksal, dass Sie, lieber Herr Lüdke, für die Orgel von Marien HL akzeptieren würden?


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