Max Reger: Fantasie und Fuge d-moll op. 135b

CB, Sonntag, 22. Juni 2014, 17:27 (vor 4513 Tagen) @ CB

Ich denke, dass man es zunächst einmal zur Kenntnis nehmen sollte, dass da unterschiedliche Diskussionen auf verschiedenen Schauplätzen geführt werden - und vielleicht auch so zu führen sind?!
Als Editor hat man wahrscheinlich letztlich keine andere Wahl, als auf die ursprüngliche Druckfassung zurückzugreifen?! Dazu weiß ich mich nicht zu äußern und das spielt sich zudem auch nicht auf meinem Hoheitsgebiet als Interpret ab, noch ist es meine Kritik oder letztlich mein Thema.
Ich könnte mir vorstellen, dass man als Musikwissenschaftler mit einem entsprechenden professionellen Hintergrund, mit einem Gespür für Musik - und Kompositionstheorie, mit fundierten Kenntnissen zu musikalischen Formen und Gattungen und mit der Fähigkeit zu einer musikalischen Analyse, nach einer entsprechenden Beschäftigung, zumindest in einen Zwiespalt geraten wird. Und Interpreten gewichten ihre Argumente innerhalb ihrer Erörterungen ->Interpretationen sicherlich nochmal etwas anders.
Um meinen persönlichen Standpunkt nochmal in aller Kürze und klar zu formulieren, den ich ja ohnehin mit meiner Aufführung vertrete:
Max Reger hat das Stück (op. 135b) nicht nachträglich verbessert, sondern verschlechtert und das ist auch m. E., zumindest objektiv, begründbar...Subjektiv kann man das und darf man das ja anders sehen. Was für den Einen dabei eine "Amputation" ist, empfindet ein Anderer eben als eine gelungene Straffung...damit aber aus solchen Floskel auch ernstzunehmende Argumente werden, muss man zunächst einmal dazu in der Lage sein und sich anschließend die Mühe machen, seine Standpunkte professionell, und das heißt richtig und in einem entsprechenden Vokabular zutreffend zu vertreten.
Da sich m. E. op. 135b in diesem Zusammenhang und in dieser Problematik – vorausgesetzt man kann mir in soweit folgen, dass man überhaupt eine Problematik erkennt - von anderen Werken unterscheidet, helfen mir persönlich keine gut gemeinten Verweise auf andere Opera (fis-moll, Morgenstern etc.), sozusagen Verweise, die vom Stück wegführen, denn meine Anschauungen beruhen ja genau auf dem Gegenteil: Auf einer kritischen und objektiven, musikalischen Auseinandersetzung mit den beiden Texten zu diesem Stück - und zwar zunächst einmal unabhängig von äußern Umständen und Äußerlichkeiten.
LG CB


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