Max Reger: Fantasie und Fuge d-moll op. 135b

Manuel, Sonntag, 22. Juni 2014, 01:01 (vor 4519 Tagen) @ Friedrich

Mit Verlaub, das ist jetzt sehr apodiktisch.

Wenn Reger ein eigenes Werk kürzte, dann tat er das meist, weil andere (in erster Linie Karl Straube) ihm reingeredet haben. Dass er sich gerade bei diesem Werk so spät noch für Streichungen entschied, spricht ja auch eher dafür.
Und die Variation aus opus 73, die weggelassen wurde, hat - Martin Weyer zufolge - eine wichtige Rolle in der Gesamtanlage. Einfach zu sagen, das sei "verworfene Musik", geht dann doch etwas an der Situation vorbei. Reger hat später auch seine sämtlichen Frühwerke zu "heillosem Blödsinn" erklärt. Ist die Suite e-moll opus 16 "heilloser Blödsinn"?

Ich glaube, dass Reger sein opus 135b gekürzt hat, weil ihm Zweifel kamen. Kurz nach dem von Straube verursachten Desaster mit dem Lateinischen Requiem ist das auch nicht weiter verwunderlich. Auch ein Komponist hat zu seinem Werk nur ein subjektives Verhältnis.

Spielen kann ich allerdings keine von beiden Fassungen, das muss ich den A-Musikern dieses Landes überlassen.


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