Vorhandene Orgel sanieren, restaurieren - oder Neubau?

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 27. März 2025, 13:47 (vor 532 Tagen) @ Evacuant

Katholische Liturgie hat ja Andreas Willscher ins Spiel gebracht, als Antwort zu Deinen
Ausführungen zur Votivkirche.
Ich verstehe da den Zusammenhang nicht. Wie ist das zu verstehen?
Zugegeben, katholische Liturgie hat mich auch noch nie groß interessiert.


Das war offensichtlich ironisch gemeint. Dass die Walcker-Orgel der Votivkirche, die seit fast 150 Jahren im gottesdienstlichen Einsatz ist, für die katholische Liturgie ungeeignet ist, wird ja niemand im Ernst behaupten wollen.

Ich würde es in gewisser Weise behaupten, weil ich selbst dort als Organist der KHG eine Zeit lang tätig war. Das Hauptinstrument für Gottesdienste war (und ist vielleicht auch noch) die "neue" Chororgel (Eppel 1970) vorne rechts, und dann gibt es ja noch die für einen englischen Horrorfilm als Deko taugende pneumatische Orgel im Chorumgang (Capek 1904).

Soll heißen: Die Walcker-Orgel der Votivkirche kam vermutlich deutlich seltener in der Liturgie zum Einsatz, als man denken oder hoffen würde. Unabhängig von ihrer "Eignung".

In meiner Studienzeit war die Walcker-Orgel, wie immer bei interessanten oder halbwegs brauchbaren Instrumenten in Wien, quasi unzugänglich. Ich glaube, eine Dame war zuständig. Johannes Lenius, der dann folgte, hat, ebenfalls in Wiener Tradition, die orgel-unabhängig ist, die Exklusivität weiter gepflegt.

Deshalb wiederum weiß ich auch gar nichts über den Zustand vor der Klais-Restaurierung - das Instrument schwieg überwiegend. Das gewlatige Gebäude hatte ja auch keine lange gewachsene Kirchengemeinde hinter sich. Schon damals war die Seelsorge für div. Fremdsprachen dort angesiedelt, wenn ich es richtig erinnere. Die meiste Musik machte seinerzeit in Amerikaner (Australier?), der hinter einer dreiseitigen Keyboardburg, auf einem fahrbaren Podest angeordent, Klassik mit Synthies spielte, Isao Tomita live, sozusagen.
Meine Wahrnehmung umfassen natürlich nicht einmal ein Jahrzehnt, und die Orgel gibt es ja ja deutlich länger. Aber gerne erfahre ich mehr (auch von unseren österreichsichen Korrespondenten), welche musikalischen Highlights von dieser Orgel nach dem zweiten Weltkrieg oder in der ersten Hälfte des 20. Jhdts. oder der Entstehungszeit an ihr zu erleben waren. Okay, es war von Liturgie die Rede. Aber wie gesagt...

Aktuell scheint man sich dort etwas offener um die Orgel zu kümmern, gut so.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum