Vorhandene Orgel sanieren, restaurieren - oder Neubau?

MCVL @, Mittwoch, 26. März 2025, 17:50 (vor 536 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Das Niveau stagnierte dort in technischer/konstruktiver Hinsicht spätestens seit dem Zeitpunkt der Übernahme durch Oscar Walcker, vergleicht man die Erzeugnisse jener Jahre mit denjenigen anderer süddeutscher Orgelbauer. Klanglich mag vieles noch ganz charmant gewesen sein, ohne die Brillanz andere Firmen zu erreichen.<


Im Ernst jetzt???

Nun, Mark schrieb "stagnierte" - das kann ja auch heißen "auf hohem Niveau". Als direkt Betroffener würde ich auch Oscar Walcker noch zur Hohen Zeit der Dynastie rechnen. Aber es stimmt natürlich, Masse war inzwischen gefragt, die Klasse begann zwangsläufig, darunter zu leiden. Nach meiner eigenen Wahrnehmung würde ich sagen, dass der deutliche Abstieg mit dem NS-Aufstieg beginnt. Als die Partei auch noch anfing, große Orgeln zu bestellen und ohnehin das Land in Wahn zu fallen begann, ab 1935 auch noch die kriegswichtigen Materialien (für den Orgelbau Zinn und Kupfer) rationiert waren - das war, denke ich, im Verbund mit den dann folgenden Kriegszerstörungen die große, scharfkantige Zeitenwende im (deutschen) Orgelbau. Der erste Weltkrieg kostete Prospektpfeifen, war aber sonst kein sehr markanter Einschnitt.

So ist es. Und wenn man es ehrlich betrachtet, ruhte man sich - vielleicht nicht in allen, aber in vielen Fällen - bei Walcker etwas auf den Leistungen der Vorfahren aus.


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