Vorhandene Orgel sanieren, restaurieren - oder Neubau?

hama-music @, Mittwoch, 26. März 2025, 21:19 (vor 531 Tagen) @ Evacuant

Gut geklappt? Die Walcker-Orgeln der 1950er bis 1970er Jahre weisen in handwerklicher wie klanglicher Hinsicht ein oft erbärmliches Niveau auf, wenn wir andere große alte Namen (Klais, Steinmeyer, Weigle etc.) oder auch etwa Beckerath zum Vergleich heranziehen.

Wir hatten Anfang November 2024 in einem Faden über die Reinoldi-Orgeln schon einmal über die objektiv fehlende Qualität von Walcker-Orgeln aus den 1950-1970er Jahren gesprochen. Damals hatte ich bereits einige Beispiele genannt, die gegen eine nachhaltige Renovierung dieser Instrumente sprechen.
Deshalb möchte ich jetzt nur ein weiteres Beispiel nennen, das aus handwerklich-technischer Sicht zum Kopfschütteln geeignet ist:
In einer Dorfkirche im Landkreis Ludwigsburg, also in unmittelbarer Umgegend der damaligen Firma Walcker, steht eine Orgel aus besagtem Haus (zweimanualig, ca. 15 Register), die technisch neu gebaut werden muss (das Pfeifenwerk ist gut und wird in das Neubaukonzept übernommen). Warum nicht sanieren? Weil die Windladen dieser Orgel im Hause Walcker aus Pressspanplatten (!) gebaut wurden. Nach nun 60 Jahren Betrieb hängen diese wie ein beladenes Regalbrett durch - undicht auf allen Schleifenbahnen. Und undicht irgendwo im Nirvana, denn an den Faserplatten gibt es trotz des Leim-Ausgießens immer irgendwie einen Wind-Verschlich.
Solch ein Bestand ist also weder sanierbar, noch zu restaurieren: das muss neu gebaut werden - Pressspanplatten können nicht wieder gerade gebogen werden...


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