3 Anmerkungen dazu

Dulzian @, Dienstag, 01. November 2011, 09:31 (vor 5424 Tagen) @ Reinhard Kluth
bearbeitet von Dulzian, Dienstag, 01. November 2011, 11:54

Bravo, ganau so ist es und dem pflichte ich nur bei. Orgelspielen ist eine in die Liturgie eingebundene dienende Kunst, in der nicht das besondere Können hervorgehoben werden muß.

Das sehe ich genauso. Und ich fände es auch abartig, das besondere Können hervorzuheben. Hat natürlich gar nix damit zu tun, ob man ggfs. kundtut, was gespielt wird (also im Gegensatz dazu, wie gespielt wird...).

Aber ein paar Dinge fallen mir noch dazu ein:

1) Wann fängt denn die Liturgie oder der gesamte Gottesdienst an, wann hört er auf (im Zusammenhang mit dem Orgelspiel als eine in die Liturgie eingebundene Kunst)?
Nach meinem Verständnis startet der Gottesdienst durch das Glockengeläut zu Beginn, und endet durch das Glockengeläut am Ende. Folglich sehe ich all das, was vor dem Glockengeläut vor Beginn stattfindet, als nicht zur Liturgie zugehörig. Etwa auch, wenn man, wie Herr Kluth, vor diesem Glockengeläut Orgel spielt.

2) Vor dem Gottesdienst und vor dem Glockengeläut Orgel zu spielen, wie Reinhard Kluth es praktiziert, finde ich sehr schön, bezweifle aber die Machbarkeit zumindest im ev. Kirchenbereich in Ostwestfalen (auch auf Rügen, woanders kenne ich die Gebräuche nicht). Grund: Die Leute treffen sich in der Kirche, und halten erstmal ein Schwätzchen. Es ist auch ein Ort der Kommunikation der Menschen untereinander, vor und nach dem Gottesdienst - das würde ich nicht geringschätzen. Ich bezweifle, dass vollkommene Stille eintreten würde, wenn man hier Orgel spielen würde.

3) Nichts finde ich wichtiger als die Stille, aus der heraus musiziert wird. Es ist jedesmal für mich ein besonderer Moment, wenn am Beginn des Gottesdienstes die Glocken läuten, die Leute noch munter schwatzen. Jedoch, wenn die Glocken leiser werden und schließlich ganz verstummen, wird es auch in der Kirche vollkommen still. Diese Stille, aus der heraus das Eingangsstück gespielt wird, empfinde ich als Konzertatmosphäre, sehr geeignet, um ein Literaturstück zu spielen. Ganz genau dasselbe am Ende des Gottesdienstes, wenn die Menschen Platz nehmen, um dem Ausgangsstück zu lauschen. Natürlich könnte auch nach dem Gottesdienst und Glockengeläut weiter musiziert werden. Die Stille jedoch wäre nicht mehr da, und damit auch nicht mehr der besondere Thrill, der damit verbunden ist.


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