Ansage, welches Literaturstück gespielt wird

3rd_astronaut, Mittwoch, 26. Oktober 2011, 16:55 (vor 5430 Tagen) @ elsenp

Für mich gehört das liturgische Orgelspiel (dazu gehören auch das Vor- und Nachspiel) zum "Gottesdienst" und nicht zu einer künstlerischen Veranstaltungen.
Aber das amtlichen "Vermelden" am Ende des Gottesdienstes (so ist dies jedenfalls in der kath. Kirche meist geregelt) passt nicht zu dem dienenden Amt des Kirchenmusikers.

Sorry, aber das klingt für mich sehr katholisch, und das meine ich nicht positiv (ich bin Katholik). Jedes gefühlte "Sich-Wichtigmachen" einer Person ungleich dem "Herrn Pfarrer" ist anstößig. Überhaupt ist ein längeres, künstlerisches Orgelspiel ja schon grenzwertig, und dann auch noch eine "amtliche Vermeldung"... Wichtiger ist doch, dass der Organist zur Wandlung kniet. ;-)

Aber im Ernst -- ich habe ein dutzend Jahre lang in einer evangelischen Kirche gespielt, wo Vor- und Nachspiel abgekündigt wurden. Es ist manchmal hilfreich, manchmal hätte man es bleiben lassen können: Wenn ich im Jahreskreis kurze Stücke ohne besonderen liturgischen Bezug gespielt habe, mit deren Namen sich der Kirchenvorsteher herumgequält hat, hätte man es lassen können. Wenn andererseits z.B. ein Bachsches Choralvorspiel dran war, kann der Titel helfen, die Melodie zu erahnen. Dann ergab sich mMn auch ein Gewinn der Verkündigung im Gottesdienst darin. Manchmal könnte ich mir auch ein erläuterndes Sätzchen hilfreich vorstellen (natürlich nicht so wie Peters Lobhudelei-Beispiel), z.B. dass bei Dubois' "Trois Mages" die Orgel keinen Heuler hat, sondern der Weihnachtsstern auch akustisch aufgegangen ist o.ä.


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