Ansage, welches Literaturstück gespielt wird

jrbecker @, Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:47 (vor 5437 Tagen) @ elsenp

Ich sehe das Ansagen eines Orgelstücks zum Auszug im Rahmen eines Gottesdienst auch eher kritisch. Für mich gehört das liturgische Orgelspiel (dazu gehören auch das Vor- und Nachspiel) zum "Gottesdienst" und nicht zu einer künstlerischen Veranstaltungen. Da finde ich den Zettel am Kircheneingang oder an der Emporentür mit Angabe der Orgelwerke und der vom Chor oder Instrumentalisten vorgetragenen Werke besser. Derjenige, den die Musik interessiert, kann sich dort informieren. Genauso ist es mit für spezielle Gottesdienste gedruckten Lied- und Textblättern: Dort darf auch gerne stehen, dass der Organist Herr X. am Ende noch das Stück Y vom Komponisten Z spielt.


Auch ich kann diesen Einwand nicht nachvollziehen. Ich mache es bereits seit 25 Jahren so, wie von Dulzian beschrieben. Ich habe das - auf Anregung eines Organisten, der das so schon viel länger praktiziert - in mittlerweile drei Gemeinden eingeführt und es hat in allen Gemeinden positiven Anklang gefunden. Mir ging es dabei in erster Linie darum, das Nachspiel zum ev. Gottesdienst eben zu einem Bestandteil des Gottesdienstes und damit der Verkündigung zu machen. Das ist es für mich nicht, wenn ich auf der Orgel etwas runternudle und unten die Leute sich noch lauter unterhalten und hinausstürmen. Dann kann ich das Spielen auch sein lassen, wie ein solcher Rauswerfer als Bestandteil des Gottesdienstes aufgefasst werden kann, leuchtet mir nicht ein. Aber das mag einer der Unterschiede zwischen der ev. und der kath. Auslegung des Liturgiebegriffs zu sein, was wir hier auch nicht weiter erörtern müssen.

Dass das Nachspiel zum Bestandteil des Gottesdienstes wird, funktioniert natürlich nur dann, wenn ich vorher auch weiß, welche Lieder und Texte dem Gottesdienst zugrunde liegen und in welche "emotionale Richtung" die Predigt gehen wird. Hierfür ist Kommuniktion erforderlich, aber da haben wir ja auch schon gelesen, dass das verschiedenerorts nicht gegeben ist. Ich habe da vor allem bei meiner derzeitigen Stelle geradezu ideale Bedingungen...

LG
Jörg


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