Es geht nicht um wer oder wie, sondern was gespielt wird!

Dulzian @, Montag, 24. Oktober 2011, 06:23 (vor 5433 Tagen) @ elsenp
bearbeitet von Dulzian, Montag, 24. Oktober 2011, 06:52

Ich sehe das Ansagen eines Orgelstücks zum Auszug im Rahmen eines Gottesdienst auch eher kritisch. Für mich gehört das liturgische Orgelspiel (dazu gehören auch das Vor- und Nachspiel) zum "Gottesdienst" und nicht zu einer künstlerischen Veranstaltungen. Da finde ich den Zettel am Kircheneingang oder an der Emporentür mit Angabe der Orgelwerke und der vom Chor oder Instrumentalisten vorgetragenen Werke besser. Derjenige, den die Musik interessiert, kann sich dort informieren. Genauso ist es mit für spezielle Gottesdienste gedruckten Lied- und Textblättern: Dort darf auch gerne stehen, dass der Organist Herr X. am Ende noch das Stück Y vom Komponisten Z spielt.

Warum magst du es nur, wenn man bei "speziellen" Gottesdiensten die Information bekommt, was gespielt wird?
Warum nicht auch bei "normalen" Gottesdiensten? Was mich betrifft, wenn ich nur ein kurzes Stückchen, z.B. aus dem Orgelbüchlein spiele, gebe ich vorher auch keine Information an den Pfarrer ab. Aber bei größeren Werken, z.B. wenn die Leute am Anfang ein Präludium und am Ende die zugehörige Fuge zu hören bekommen, können sie m.E. ruhig auch bei "normalen" Gottesdiensten erfahren, was da gespielt wird.

"Heute spielt unser beliebter, langjähriger Organist X. die Toccata d-moll opus 59 von Max Reger. Es handelt sich um ein äußerst schwieriges Stück, das höchste Anforderungen an den Organisten stellt. Atemberaubende Manualpassagen wechseln sich mit schwierigsten Pedaleinsätzen ab. Es wäre schade, wenn sie so eine Meisterleistung verpassen würden und bleiben daher nach dem Schlußsegen sicher gerne noch 5 Minuten in den Bänken!"

Das ist so ziemlich das Abartigste, was ich bisher gehört habe.
Weder das der Interpret in den Vordergrund gerückt wird noch das irgendwelche Geschichten über die Bewältigung des Stückes palavert werden, ist passend.

Warum nicht so am Ende des ev. Gottesdienstes nach dem stehend gesungenen Amen:
"Nun bitte ich die Gemeinde, wieder zum Ausgangsstück Platz zu nehmen, es erklingt die Toccata d-moll von Max Reger".


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