Bewertung Improvisation

Andreas Scotty Böttcher ⌂ @, Dresden, Mittwoch, 17. April 2013, 18:31 (vor 4882 Tagen) @ Aeolinchen
bearbeitet von Andreas Scotty Böttcher, Mittwoch, 17. April 2013, 19:31

Das setzt aber schon ein gewisses Maß an Kreativität und auch einen gewissen Mut voraus. Denn er würde ja dann nicht auf Grund von angelernten Kriterien, sondern ganz für sich allein entscheiden (müssen), was gut klingt und was nicht, was er für seine Musik gebrauchen kann und was nicht.

Im Prinzip magst Du sogar Recht haben. Was Du meinst, konnte ich als Kind tatsächlich stundenlang betreiben. Als meine Eltern das Klavier angeschafft hatten, lag das Spielzeug nur noch in der Ecke, und ich habe stundenlang Klänge, Intervalle, Akkorde in allen möglichen Lagen und Tonhöhen ausprobiert, bis mir irgendwas besonders gefiel - oder eben auch nicht. Ich habe mir das Instrument eben erforscht.

Ob das schon "Improvisation üben" ist oder erst, wenn man anfängt Sonatenhauptsätze und Fugen zusammen zu basteln, muss wohl jeder für sich definieren. Worüber man aber nicht streiten kann, ist der Fakt, dass man Formen zwar in der Schule lernen, üben und abfragen kann, nicht jedoch wirkliche Kreativität. Ist der Nerv dafür nicht da, kann man improvisieren üben, soviel man will. Dann wird es bestenfalls perfektes Handwerk, nicht jedoch Musik.
(Deshalb mag ich auch keine Improvisationswettbewerbe.)

P.S.:
Der Musiker, von dem ich im vorigen Posting schrieb, ist übrigens der geniale Multi-Instrumentalist Adam Smith.

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"Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)


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