Bewertung Improvisation

Aeolinchen, Mittwoch, 17. April 2013, 06:17 (vor 4882 Tagen) @ Andreas Scotty Böttcher

Improvisation im eigentlichen Sinne ist zunächst mal Stegreifspiel - also eben nichts eingeübtes. Ist es das wirklich noch, wenn man sechs Stunden am Tag "Improvisation" übt?

...

Letztens habe ich ein Album mit einem äußerst kreativen Musiker gemacht, der auf mehreren Instrumenten erstaunliche Improvisationen zustande bringt. Der hat vermutlich noch nie an einer Orgel gesessen, doch ich bin mir sicher, dass er absolut gültige Musik herausholen würde. Schließt ihn mit Proviant und Schlafsack für drei Tage im Altenberger Dom ein, damit er sich bis über beide Ohren in die Orgel verlieben kann.

Und was wird er die drei Tage lang machen? Die Orgel so lange anschauen, bis er sich verliebt hat?
Nein. Er wird sich an den Spieltisch setzen und drei Tage lang nach der try-and-error-Methode ausprobieren, was gut klingt und was nicht, um bis zum Konzert ein paar Dinge draufzuhaben, die klingen (und beim Konzert die Dinge zu vermeiden, die nicht klingen).

Und genau das nenne ich "Improvisation üben".


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