Hochzeitsorganist - Dienstinstrument

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 03. Juli 2014, 19:32 (vor 4503 Tagen) @ Hausorgler
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Donnerstag, 03. Juli 2014, 19:39

Mal bitte nicht vergessen das es der wohl wichtigste und schönste Tag für die Brautleute werden soll ???

Selbstverständlich soll es das werden. Da hat ja gar niemand was dagegen. Aber eine kirchliche Trauung ist ein Ritual, das zu den kirchlichen Selbstvollzügen gehört. Bei den Katholiken ist es zudem eine sakramentale Feier, für die eine bestimmte Liturgie vorgesehen ist. Evangelischerseits gibt es dafür ebenfalls Agenden. Der Grund dafür ist, daß eine Kirche eine Gemeinschaft ist, welche in ihren Ritualen ausdrückt, wofür sie steht. Das machen alle Gemeinschaften, auch profane. Jeder Kegel-, Hasenzüchter- oder Faschingsverein hat solche gemeinschaftsstiftenden und gemeinschaftsausdrückenden Rituale - und sei es der Narhallamarsch.
Wenn mir diese Rituale nicht gefallen, muß ich sie nicht in Anspruch nehmen. Ich kann es auch anders gestalten. Aber ich kann dann nicht erwarten, daß die Gemeinschaft mir dabei folgt. Wenn ich das Salutschießen vom Schützenverein sehr mag, bekomme in meinem Vogelzuchtverein bei der Prämierungsfeier für den gelbsten Kanarienvogel dennoch keine Böllerschüsse.
Wenn mir also für den schönsten Tag des Lebens die kirchlichen Rituale nicht recht zusagen, muß ich doch diese nicht zurecht brechen. Ich kann einen schönen Saal mieten und dort dann gestalten, wie ich mag.

....exakt so ist es. Leider hat sich inzwischen bei Trauungen eine "Event-Mentalität" und damit verbunden eine Erwartungshaltung breitgemacht, nach der die kirchliche Trauung zwar dazugehört, aber doch bittesehr der Pope und sein Musikant gefälligst den Wünschen von Hochzeitsplaner/in, Brautpaar und Hochzeitsgesellschaft widerspruchslos zu willfahren haben, mögen diese Wünsche auch noch so abwegig sein.

Und natürlich haben auch die Kirchen beiderlei Geschlechts mit ihrem Opportunismus zu dieser Entwicklung beigetragen. Wenn z.B. für Herrn und Frau Pooth, die ja bekanntlich echte Stützen der Gesellschaft sind, der Wiener Stephansdom (für wieviel "Miete"?) offenstand, sind Verstand und Geschmack offensichtlich unter die (Fiaker-)Räder gekommen.

Ich hätte als Domkapitel die beiden allenfalls in die Katakomben gelassen. Dort hätten sie auch das angemessene....

[image]

....Publikum gehabt.

Gruß,
Wolfgang

PS: gerade lese ich in dem "Stern"-Artikel, der erste Sohn der Pooths heiße "San Diego". Toller Name. Wie wird dann der zweite heißen - "Sao Paulo"? "San Francisco"? Oder "Sa Cramento"?


gesamter Thread:

 

powered by my little forum