Hochzeitsorganist - Dienstinstrument

Flûte harmonique, Mittwoch, 25. Juni 2014, 21:16 (vor 4510 Tagen) @ MAT
bearbeitet von Flûte harmonique, Mittwoch, 25. Juni 2014, 21:25

Und ich rege mich trotzdem über den Typen auf, weil er in seinem Repertoire genau die Dinge anbietet, die ich für liturgisch nicht vertretbar halte. Und damit macht der uns das Leben schwer. Ich hör doch schon wieder die Mutter der Braut, die mir in den Ohren liegt: "Wieso kann man das nicht auf der Orgel spielen??? Der N.N. aus dem Internet kann das doch auch?" Da macht es keinen Unterschied, dass er sein E-Piano mitbringt. Noch so eine grauenhafte Vorstellung.

Und letztendlich bringt es doch nichts, sich diesen Hochzeitsgesellschaften kirchlicherseits anzubiedern. Vielleicht sieht man die nochmal zur Taufe oder Konfirmation/Kommunion der Kinder oder zur Beerdigung vonne Omma. Und das war´s. Ich behaupte: Wer was mit Kirchens am Hut hat und seine Hochzeit dementsprechend plant, der lässt sich vom Kirchenmusiker beraten, was passt und was nicht passt. Der Rest braucht halt seine Adaptionen aus der Popmusik, Kutsche, weiße Tauben, den dicken Knutscher vorm Altar, auch wenn der Spruch "Sie dürfen die Braut jetzt küssen" durchaus liturgisch nicht vorgesehen ist. Und vor allem ganz wichtig: Viele Kameras, die den Tumult aus allen Perspektiven filmen.


Andreas und Oktavkoppler haben bereits die Stichworte "Kaution" und "Obulus" erwähnt. Es lohnt sich ebenfalls, eine Google-Suche mit den Begriffen "AGO bench fee" zu machen und nachzulesen, in welchem Kontext in den USA eine solche Gebühr erhoben bzw. erlassen werden kann. Auch der Salary Guide und der Code of Ethics (insbesondere Rule 4) der American Guild of Organists sind lesenswert.


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