Labialklarinette

Cremona, Sonntag, 08. Juni 2025, 23:04 (vor 455 Tagen) @ MCVL

Noch zur Ergänzung: ein ähnliches Register war schon in den 1870er Jahren bekannt, der Ulmer Orgelbauer Heinrich Conrad Branmann hat es 1875 in Rißtissen ausgeführt und in einem weiteren Kostenvoranschlag angeboten. Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen, etwas über die Konstruktion darüber herauszufinden.
In Rißtissen war es am Spieltisch angeblich nur als "Clarinette" angeschrieben.

Laut Eberlein S. 98 (3. Auflage) hat Friedrich Nikolaus Jahn in Sachsen labiale Clarinetten spätestens seit 1842 (Stadtkirche Pirna) gebaut. Es handelte sich um ein Register aus Holz, Eberlein vermutet, dass es mit dem schlesischen Portunal verwandt war, ein offenes, trichterförmiges Holzregister, das anscheinend von dem Breslauer Orgelbauer Johann Christian Benjamin Müller entwickelt wurde und dem Johann Julius Seidel 1843 einen "fast clarinettenähnlichen Ton" nachsagte (Eberlein S. 474). Jahn nannte seine labialen Clarinetten einfach "Clarinette", stets 8'. Hatte Branmann vielleicht bei Jahn in Dresden gearbeitet?


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