Gipsbandagierte Pfeifen bei Weigle

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Samstag, 07. Juni 2025, 00:20 (vor 458 Tagen) @ jori

Bislang wurde verklickert, dass das Pfeifenmaterial den Klang formt. Umstritten, bis auf gewisse Eigenschaften, die nur der Fachmann kennt.
Jetzt ist Gips im Spiel. Was für eine Chance, dass das Blei endlich aus der Orgel verschwindet.
Porzellan-Pfeifen hat Jehmlich erfunden und auch vermarktet.
Ab sofort unterstütze ich nur noch Orgelneubauten mit Gips-Pfeifen zu 100 Prozent.

Die Bedeutung der Materialität wurde lange überschätzt. Das wichtigste ist eigentlich der Intonateur. Wenn der gut ist, dann macht es wieder einen Unterschied, ob 50 oder 75% Zinn, vorher nicht. Einige Sounds der 70er-Jahre hätte man auch in PVC bauen können...

Neulich besuchte mich wieder der Wissenschaftler vom Alupfeifen-Projekt an der Rostocker Universität.
Es sind Platten aus einer neuen Legierung eingetroffen. Laut Orgelbauer ist die Haptik schon sehr nahe an Orgelmetall (Biegen, Schneiden). Das Verbinden der Teile wird aktuell untersucht, abgesehen von den üblichen akademischen Tests zu Festigkeit etc.
Der Ingenieur hatte eine japanische Forscherin zum Thema Alu-Legierungen dabei sowie eine Mitarbeiterin, die schon in Bremen an der dortigen Forschung zur Bleikorrosion an historischen Orgeln beteiligt war. Man war recht optimistisch, ich bin gespannt, wann man auch offiziell mehr erfährt. Das Projekt läuft aber noch eine Weile.


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