Pfeife contra Digital

Schreipositiv @, Wetter, Mittwoch, 12. Juni 2013, 17:48 (vor 4824 Tagen) @ AndreasM

aus meiner Erfahrung heraus:

klanglich: meist ist man überrascht, wie gut die einzelnen Register bei Digitalorgeln klingeln, in der Summe aber mischen sie sich oft nicht richtig und je mehr man aufregistriert umso mehr dröhnt es statt zu klingen. Vor allem ab 2'

aufwärts wir der Klang oft penetrant.

Vernüftige Digitalorgeln lassen sich intonieren. Da sollte so etwas zu lösen sein.
Wobei man keine Digitalorgel "von der Stange" nehmen darf. Induviduallösung ist muss.


technisch: Digitalorgeln sind nun mal Computer, und jeder der mit Computern zu tun hat, weiß um deren schnelle Überalterung und Lebensdauer. Man wird also nach ein paar Jahren wieder über eine Neuanschaffung nachdenken müssen.

Jein. Du musst mit Digitalorgeln weder Full-HD-Videos anschauen noch Pc-Spiele spielen, von daher veraltern Digitalorgeln nicht in dem Sinne. Sie sind heutzutage schon auf einem sehr hohen Niveu, dass Steigerungen nicht sofort auffallen.
Von daher wird sich eine Digitalorgel, die sich heute gut anhört, auch in 20 Jahren gut anhören.

Wartung: Einziger Vorteil ist, dass Digitalorgeln nicht verstimmen. Dafür können andere Probleme auftreten, wie Wackelkontakte, Ausfälle von Tönen oder Registern, defekte Netzteile etc. Evtl. fallen dann auch kostspielige Reparaturen an.

Ist aber selten, da die Hersteller bei Digitalorgeln nicht um jeden Cent pfeilschen müssen und deswegen hochwertige Bauteile verbauen können. Im Gegen satz zu "Alltagselektronik"-Herstellern. Im Übrigen musste ich bei ausfallenden Tönen spotan an eine gewisse Kirche in Paris denken...


Pries: mit der Orgel allein ist es ja nicht getan, es müssen ja auch entsprechende Verstärker etc. her. Will man da was Gescheites, muss man auch genug Geld in die Hand nehmen.

Kommt auf die größe der Kirche an. Wenn man keinen Dom beschallen will, kommt man im unteren 5-Stelligen bereich für Verstärker und Lausprecher aus.


Am besten einfach mal Digitalorgeln besuchen, die schon ein paar Dienstjahre hinter sich haben. Ich war letztens an einer solchen, an der die Registerzüge aus Plastik schon so abgegriffen waren, dass man kaum mehr was lesen konnte. Ich habe mich gefragt, wie da wohl die Elektronik im Innern aussieht.....

Naja, wenn man den Aufpreis für Holz-Manubrien scheut, kein Wunder.

Anschaffen würde ich eine Digitalorgel nur für kleine Kirchen oder Kapellen, wo z.B. nur ab und zu mal ein paar Lieder begleitet werden müssen oder einfach auch ungünstige klimatische Verhältnisse herrschen, oder halt als Übeinstrument für zuhause.

Grüße Andreas


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