Supper und Bornefeld

Evacuant, Samstag, 09. November 2024, 10:32 (vor 671 Tagen) @ MartinH

In der Kirchenmusikschule Esslingen gab es mal eine "Zusammenarbeit" zwischen Supper und Bornefeld. Da prallten zwei Egos aufeinander, das muss ein köstliches Hickhack gewesen sein. Ich vermute, dass die beiden Herren sich seither tunlichst aus dem Weg gegangen sind.

Es wurde vereinbart, dass Helmut Bornefeld sich vorrangig um Disposition, Mensuren und Intonation, Walter Supper sich vorrangig um die Prospektgestaltung kümmern sollte. »Die übrigen Herren hielten sich ihrem Naturell entsprechend mehr im Hintergrund«. Im Verlauf wurde über Disposition, Aufstellung und Prospektgestaltung zum Teil recht kontrovers diskutiert – OBM Fritz Weigle sen. schreibt am 4. Dezember 1957, dass »… mein Sohn in meinem Einverständnis Herrn Prof. Metzger ausdrücklich gebeten (hat), dass wir darum bitten, die Orgel nur mit einem verantwortlichen Herrn bauen zu dürfen und dass irgendwelche Wünsche anderer in der Kirchenmusikschule tätiger Sachverständiger nicht uns direkt vorzutragen seien, sondern man sich mit dem für die Orgel verantwortlichen Herrn einigen möchte«. Wohl als Folge formuliert Supper dann wiederholt in Vorschlägen für Details der Prospektgestaltung und der Windladenanlage etc. bewusst unpersönlich wie »… will man diese Klangbehinderung hinnehmen …« oder »Von Seiten der Federführung muss bei der Auftragnehmerin erwirkt werden, dass …«. Im Text wird die Disposition vorgestellt mit »… Von einem Dispositionsvorschlag Helmut Bornefelds ausgehend entwarfen die Orgellehrer der Schule folgenden Klangaufbau: …«. Diese Formulierung und die für ihn offensichtlich ungenügende Würdigung der von ihm für dieses Projekt erbrachten »geistigen Leistung« waren für Helmut Bornefeld zumindest ein Anlass, seine Lehrtätigkeit an der KMS mit dem Ende des Jahres 1958 zu beenden.


https://organpromotion.de/documents/Tuebingen-HfKM-Ahrend-Festschrift.pdf


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