Walckerinnen im Schwabenland, CD Walcker Reinoldi Dortmund

Orlos @, Mittwoch, 06. November 2024, 14:22 (vor 673 Tagen) @ MCVL

Generell stehe ich Bornefeld weitaus positiver gegenüber als Supper. Bornefelds Konzepte mögen eigenwillig sein, aber sie hatten eines: Personalstil und Charakter und Bornefeld blieb sich treu und zog seine Projekte, die aus einem Guß geplant wirken, ohne Kompromisse durch.
Suppers Wirken betrachte ich aus mehreren Gründen dagegen äußerst kritisch, schon alleine durch seine Verfehlungen an historischen Orgeln, zu meinen, er wüsste es besser als Gabler, Schmahl, Holzhey, Goll usw. Die von ihm konzipierten neuen Orgeln finde ich klanglich oft zu neutral, zu bieder, etwas zu blass und auch die großen Instrumente oftmals zu kammermusikalisch. Vielleicht können das andere nachvollziehen. Wogegen ich etliche seiner Prospektentwürfe als sehr gelungen ansehe (Unterkochen, Kirchheim am Ries, Söflingen).

Bezüglich Supper sehe ich das genauso. Bei Bornefeld-Orgeln habe ich stets das Gefühl, dass sie für "normale" Orgelmusik nicht recht taugen. Liturgisches Orgelspiel, Improvisationen, neobarocke Literatur lässt sich gut machen, auch die Gemeinde beim Singen zu unterstützen, klappt gut. Ich bin immer verdutzt, wie gut der Bass-Zink (u.ä.) eine Zungenstimme imitiert. Aber: Orgelmusik aus Barock, Klassik, Romantik klingt in meinen Ohren immer nach Bornefeld, nicht nach der jeweiligen Epoche. Das muss man mögen, um es (langfristig) zu ertragen.


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