Orgelbewegung

FranzS. @, Donnerstag, 21. Juli 2011, 19:30 (vor 5525 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von FranzS., Donnerstag, 21. Juli 2011, 19:40

Auch wenn die Intonation noch nicht so radikal geändert wird wie in der Nachkriegszeit, klingen die Instrumente doch schon deutlich anders als um 1910. Ein gut erhaltenes großes Instrument aus dem Jahr 1932 steht in Ludwigshafen, Herz-Jesu (Klais-Orgel). Diese Orgel ist ganz eindeutig "orgelbewegt", aber (noch) nicht "neobarock", meines Erachtens.

Ja das stimmt natürlich, aber das Prinzip von 1910 ist gleich geblieben. Die Orgel der Freisinger Stadtpfarrkirche (Binder und Siemann 1938) hat auch eine Disposition mit "barocken Stimmen". Sie klingt vielleicht etwas dezenter als eine ältere Orgel der gleichen Firma, aber es ist immer noch ein Sound, der besser zu Reger passt als zu Bach. Ich nenne das eben Eklektizismus, den diese Instumente wurden ja nicht von den "Orgebewegten" konzipiert, sondern die "Konservativen" haben von den "Orgelbewegten" ein bisschen abgeschaut. Der Spätromantiker Josef Renner (*1868!) empfiehlt beim Orgelneubau in den 30ern in Weiden ein "barockes" drittes Manual, um den derzeitigen Forderungen der Fachwelt gerecht zu werden.

Grüße Franz


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