Quintade besser als Bordun

Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 21. Juli 2011, 14:52 (vor 5525 Tagen) @ BourdonCéleste
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 21. Juli 2011, 15:05

Interessant ist ja, was Frankreich aus der "Neoklassik" gemacht hat.

Wenn man sich z.B. auch hier mal die Genese der Orgel in Notre-Dame ansieht, so hat Cochereau ja letztlich in den 50er bis 70er Jahren (Boisseau) ein "neoklassisches" Konzept zu verwirklichen versucht (extreme Mixturen, kleine Aliquoten, bissige Chamaden), ohne dabei aber sowohl mit der Romantik, als auch mit der echten Klassik (Clicquot) zu brechen. Nur, was ist dann eigentlich "neoklassisch"??

Die teilweise "Zurückrestaurierung" auf ACC (allerdings doch unter "Bewahrung" einiger dieser neoklassischen Elemente) im Jahre 1992 hat das Instrument ja wieder ein wenig "gezähmt". Im Gesamtverlauf auch der klanglichen Veränderungen schon in den 30er (Beuchet) und 50er (Hermann) Jahren hat dieses eine Instrument ja mehrfach sein Gepräge ausnuanciert, ohne aber dabei jemals seinen Charakter aufzugeben. Es hat ihn vielmehr erst so richtig herausgearbeitet. Schon ACC hat ja nicht mit Clicquot gebrochen...! Lesenswert dazu Lade.

Ist das nicht eigentlich beispielhaft für den behutsam weiterentwickelnden Umgang mit Tradiertem?

Zu letzter Frage:
Ja, ich finde die Geschichte dieser ORgel sehr interessant und durchaus auch gelungen. Verluste auf dem Weg wird es immer geben.
Aber auch hier würde ich sagen, dass Cochereau nicht wirklich den neoklassischen Sound entwickelt hat, der wäre ja deutlich zurückhaltender gewesen. Diesen Klang findet man eher bei Gonzalez, z. B. in Reims (1937/38 ...schaun wir mal, ob sie überleben wird)

Edit: Sie wird wohl! Hat schon einen neuen Spielschrank erhalten, und mehr soll noch gemacht werden, wie eine Facebook-Seite und frz. Presse berichten.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum