Quintade besser als Bordun

FranzS. @, Donnerstag, 21. Juli 2011, 17:52 (vor 5525 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Hallo alle - ich wollte mal wieder dran erinnern, dass Orgeln aus 1950-1970 keine "Orgelbewegungs"-Orgeln sind. Diese sind nämlich zwanzig bis dreißig Jahre älter.
Ich bevorzuge für 1950-70 (ausfransend...) den "Neobarock"-Begriff (dispositionell Barock, Schleifladen, klanglich aber die schreienden Mixturen, zu engen Grundstimmen etc.) und "Neoklassik" für Orgeln der Zwischenkriegszeit (noch auf Taschen- oder Kegelladen, viele Register schon mit engeren Mensuren aber mit romantischer Fußlochintonation, daher meist mit Kernstichen, Pfeifenmaterial oft Zink (nicht nur wegen Zinnmangels, auch aus Überzeugung) usw. usw.).


Hallo,

interessante Unterteilung. Aber grundsätzlich ist es doch so, dass die Leute der Orgelbewegung ihre Ideale erst um 1950-1970 so richtig umsetzen konnten (zB. Walter Supper). Die mechanischen Kleinorgeln und größere mechanische Schleifladeninstrumente aus den 20ern und 30ern haben doch eher Prototypcharakter. Die meisten Zwischenkriegsinstrumente sind ja allesamt noch der spätromantischen Epoche zuzuordnen. Ich würde das daher eher als "Eklektizismus" bezeichen. Deshalb stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine "Orgelbewegungs"-Orgel gibt. Eine Bewegung hat doch immer ein Ziel und meineserachtens hatte die "Orgelbewegung" das Ziel der "Neobarock"-Orgel, also des mechanischen Schleifladenorgeltyps der 60er und 70er. Zudem stellt sich noch die Frage, wie man Instrumente aus den 80ern und 90ern einordnet, die schon in die Richtung der "Stilorgel" im Sinne einer Stilkopie gehen. Da wäre doch der Begriff der "Neoklassik" angebracht. Ich benutze diesen Begriff für meine 83er Jann-Orgel, deren Disposition sich sehr "orgelbewegt" oder "Neobarock" liest. Tatsächlich klingt sie relativ neu und kräftig, eben gar nicht nach 60er.

Grüße Franz


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