Planungswettbewerbe

Gast @, Mittwoch, 09. Oktober 2024, 21:10 (vor 705 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von Gast, Mittwoch, 09. Oktober 2024, 21:21

Jeg vill forsøge at hjelpe! (Förlåt/ondskyld, jeg snakker kun dansk och pratar svenska, men kan inget norsk :-)

Hehe, likevel takk, nå har jeg forstått :-)
(Ich habe nur Probleme, die Daenen zu verstehen - die reden immer so, als ob Sie eine heisse Kartoffel im Mund haetten :-) )

Beim Orgel-Planungswettbewerb MIT Realisierung wäre es ja eigentlich fast wie ein Verhandlungsverfahren, nur mit weniger Vorgaben vielleicht. Die Teilnehmer reichen ihre Konzepte ein, einer gewinnt und darf bauen.
Im Orgelbau ist der PW OHNE Realisierung interessant, weil die Teilnehmer sich trotzdem bemühen, obwohl möglicherweise gar nicht gebaut werden wird.

Ich bin grade mal die Ausschreibungen der letzen Jahre im norwegischen Ausschreibungsportal durchgegangen. Das meiste im ueblichen zweistufigen Verhandlungsverfahren (was im Grunde ja eigentlich nicht verkehrt ist); mir sind aber tatsaechlich zwei Projekte (Natuerlich in deutlich kleineren Dimensionen) aufgefallen, wo ein PW durchaus Sinn ergeben haette.

Beides waren Projekte, wo es eine sehr deutliche Diskrepanz zwischen Sachzwaengen und Nutzung/Erwartungen gab, die mit «konventionellen» Konzepten eigentlich nicht wirklich mehr zu loesen ist.
Nur: Diese Orgelgroesse ist fuer die Anbieter, die so etwas ueberzeugend leisten koennten, nicht interessant, weil die sehr individuelle Planung/Konzeption vermutlich die komplette Marge auffrisst/bzw. sie einfach preislich nicht mehr konkurrenzfaehig sein koennen, wenn Sie sich auf diese Vorgaben wirklich einlassen.

Auch bei kleineren Orgeln koennte es daher von Vorteil sein, Konzeption/«Grobplanung» vom eigentlichen Bau zu trennen um das «Know-How» zu bekommen?

NB: Die formale Qualitaet der Ausschreibungen ist sehr schwankend… Bei kleineren Projekten/Kommunen wird auch gerne mal vergessen, den Gewinner der Ausschreibung auch oeffentlich bekanntzugeben :-P

Nja: Eine Stadt plant auf einer großen Brachfläche am Rand ein Wohngebiet mit mehrgeschossiger Bebauung. Da darf man erwarten, dass die Probebohrungen zur Ermittlung der Bodeneigenschaften stattfanden, eventuell sogar eine Vorerschließung (Strom, Gas, Straße in die Nähe etc.). Fehlen entsprechende Nachweise, kann ein Wettbewerbsteilnehmer natürlich entsprechende Gebäude planen, die dann aber nicht errichtet werden könnten. Wäre aber peinlich für die Stadt.

Das Problem ist dabei, dass man technisch tatsaechlich einen Wolkenkratzer auf eine Wanderduene bauen koennte - dauert halt nur etwas laenger und wird extrem viel teurer als geplant :-)
(Und wahrscheinlich passiert so etwas deutlich oefters als man denkt - ich sage jetzt mal nur BER oder Stuttgart 21 :-O )

Ueber die Gruende kann man gut spekulieren - oft ist es aber politisch gewollt, Preise so niedrig wie nur moeglich zu Halten.
(Warum sollen wir fuer unser dreigeschossiges Altersheim eine Bodenanalyse machen, wenn 50m weiter ein Privater einen 6-Etagen-Wohnblock hochgezogen hat? Kostet ja nur Geld…)

Die Statik unserer Orgel bzw. Empore und der umbegebenden Zonen wurde für über 18.000 Euro berechnet und muss nach Stand März 2024 ca. 113.000 Euro aufgearbeitet werden (das bezieht auch Bereiche der Gebläseanlage im Turm ein). Grundsätzliche Tragfähigkeit ist aber reichlich gegeben. Hätten wir das zur Auslobung nicht gewusst, hätten wir eine Warnung ("vorbehaltlich statischer Unbedenklichkeit") ergänzt.

Sehr verstaendlich!
Haette es eigentlich Auswirkungen gehabt, wenn jemand vorgeschlagen haette, die Orgel selbsttragend an Wand oder Decke zu haengen und einfach um das «alte Zeugs» herumzubauen :-? B-}

NB: was sagt eigentlich der obligatorische OSV deiner Landeskirche zum Verfahren? .-?

Der ist Angehöriger der ersten und der zweiten Orgelkommission und war einer der Fachpreisrichter im Wettbewerb.

Die Frage ist tatsaechlich, inwieweit das eher «monopolistisch» gepraegte OSV-Wesen der Kirchen ueberhaupt noch zeitgemaess ist? (In Skandinavien ist es ueblich, dass sich die Gemeinden ihren/ihre Fachberater in solchen Projekten selbst aussuchen)


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