Einweihung Hildesheim

Wolfgang Gourgé @, Montag, 18. August 2014, 02:57 (vor 4465 Tagen) @ Holger Friedrich


Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei: Widor, Messe für 2 Orgeln und 2 Chöre op. 36
Zur Gabenbereitung gab es noch Cesar Franck, Alleluja Laudate Dominum (Psalm 150)
Zur Kommunionausteilung erklang Frank Bridge, Adagio in E, op. 63,2
Zum Auszug dann Vierne, Finale aus der 6. Symphonie.

Als ich dachte "So, jetzt kannste die Orgel geniessen" brachen auf einmal (fast) alle Gottesdienstbesucher auf und schwirrten wild quatschend durch den Dom, was ich eine Unverschämtheit fand. Der Domorganist wurde dann am Zentralspieltisch belagert von einer Horde Leute die Ihre Smartphones und Kameras gezückt haben, aber das nur am Rande.

...tja - das ist der Nachteil von Spieltischen, die unten stehen und nicht vom Publikum abgeschirmt sind, sei es durch Sperren, eine Plazierung auf einem höheren Podest oder ähnliches (ich weiß es aus eigener Erfahrung...). Hier bekommt man am Schluß etwas von der einsetzenden "Völkerwanderung" mit. Ebenso unmöglich wie die "Belagerung" des Organisten ist allerdings auch das Filmen...(in der Münchner Frauenkirche steuerte sogleich eine Domwache auf mich zu, als ich 2009 zu Beginn einer Vorabendmesse noch die Kamera in der Hand hatte...). Ich glaube übrigens nicht, daß der mechanische Spieltisch oben über eine Alibi-Rolle hinauskommt. So, wie er positioniert ist, dürfte es bei kräftigeren Registrierungen an ihm so laut zugehen, daß der Spieler keine akustische Kontrolle mehr hat.

Klanglich: Was ich von der Orgel gehört habe hat mich absolut überzeugt. Sie ist
im voll besetzten Dom mächtig und Kraftvoll, aber nicht erdrückend oder gar laut brüllend. Das Instrument klingt ziemlich romantisch und warm, vor allem die kleine Orgel aus der mehr rauskommt als man vielleicht anhand der Disposition vermutet!

....mich interessiert z.B., ob sich die Contrebombarde 32', die ganz hinten in der Nische steht, in großen Registrierungen noch klanglich durchsetzt und ob das weit in den Raum ragende RP nicht "überpräsent" ist im Verhältnis zu den anderen Teilwerken. Bei der Chororgel fällt auf, daß sie den Chor nur von der Seite "bestrahlt" (was anders wohl auch nicht möglich war), also nicht flächig von hinten, wie es bei einem Chor eigentlich der Idealfall sein dürfte. - Ich werd's mir wahrscheinlich noch im August selbst anhören.

Gruß,
Wolfgang


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