Was ist in Freiburg los?

MartinH, Sonntag, 01. Dezember 2024, 10:10 (vor 648 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von MartinH, Sonntag, 01. Dezember 2024, 10:13

Weiß jetzt nicht, wie es gemeint ist, aber nochmal: Ich halte es schlichtweg für einen Skandal, dass hier ohne Angaben von Gründen und der Möglichkeit der gerichtl. Überprüfung gekündigt werden konnte nach über 20 Jahren.


Es ist so gemeint, wie es steht. Ist hier der Ort, wo am meisten oder wenigsten ein bißchen was zu dem Punkt bewegt werden kann?

Natürlich. Mehr jedenfalls als mit dem xten Brief an die Hochwürden, die es ja nicht mal für nötig gehalten haben, die zahlreichen ehrenamtlich Beteiligten rechtzeitig zu "informieren". Vielleicht ziehen die ja auch Konsequenzen.

Aus eigener Beobachtung hier oben kann ich sagen, dass eine gefühlte Sonderstellung - wenn überhaupt noch vorhanden - der Kirchen als Arbeitgeber stark um Schwinden ist. Und ein Arbeitsrechtler, insbesondere der Kirchengewerkschaft (so man denn Mitglied war oder ein Mandat erwirken kann), kann im Falle echter rechtlicher Mängel problemlos in die Entscheidung grätschen. Immer mehr Richter fänden vielleicht sogar Gefallen daran, einer großen Religionsgemeinschaft allgemeine rechtliche Grenzen aufzuzeigen. So wäre zumindest eine große Abfindung drin oder eine Regelung, die Wohnung noch zu behalten etc., selbst wenn dem AG das Kündigunsrecht in diesem Fall grundsätzlich zugestanden würde.

Ich bezweifle, dass bei dieser Konstellation ein staatl. Gericht irgendwelche (Einfluss-) Möglichkeiten hat, wenn keine Gründe bekannt werden müssen. Dazu müsste erstmal dieses "Kleinunternehmen" für nicht zutreffend erklärt werden. Vielleicht gäbe es kirchlicherseits noch einen Rechtsweg, wie unabhängig auch immer. Straffere Zügel gegenüber den Kirchen und ihren zahlreichen Extrawürsten und Laienhaftigkeiten wären dringend geboten. Apropos: war nicht das EB Freiburg dasjenige, das im Gegensatz zu zigtausenden anderen, auch kleinsten, AG über Jahre nicht in der Lage war, Sozialabgaben ordentlich abzuführen?


Wenn die Sache mit der erleichterten Kündigung etc. rechtens ist, dann hätte der Arbeitnehmer dieses Risiko allerdings von Anfang an sehen müssen.

Gar nichts hätte ein AN sehen müssen. Die Ausgestaltung eines ordentlichen Arbeitsvertrages ist Sache des AG, erst recht auf Bistumsebene und wenn er die restliche Welt (auch) darüber versucht zu belehren. Inkl. der Herren Diözesankirchenmusikdirektoren. Und der Kirchenmusikverbände, sollten Sie jemals von Papier-Grüßonkeln zu ernstzunehmenden Berufsverretungen aufsteigen.


Auf jeden Fall bliebe noch der moralische bzw. öffentliche Schaden (bei der Erzdiözese). Der scheint ja nun wirklich zu entstehen, da lokal auf jeden Fall Empörung ausgelöst wurde, und eventuell auch bei Menschen, die den Verantwortlichen auf dem Münsterplatzimmer mal über den Weg laufen, also vor Ort echten Druck entwickeln. Auch in diesem Fall wäre das für viele nur ein weiterer Tropfen im Fass, das bald überläuft, anderen (wo es schon überlief) dient der Fall dann als Bestätigung des Kirchenaustritts. Hier im Forum besteht aber kaum mehr Notwendigkeit, die Mitglieder von den Mängeln und Gefahren kirchlicher Arbeitgeber in Kenntnis zu setzen. Schreibst Du denn auch in der dortigen Kirchenzeitung o ä.? Das wäre effektiver, und würde hier Dein Nörgel-Image aufweichen, zumal Du ja auch deutlich Sinnstiftenderes beizutragen hast, wie es andere Threads belegen.

Ein paar Kirchenaustritte mehr sind denen vollkommen schnuppe. An diese in riesigen Ausmaßen ist man ja schon gewöhnt, ist natürlich unschuldig und weiter geht's immer. Helfen würde nur "Liebesentzug" (Ehrenamt) und Geldentzug - trotz quasi professioneller Bettelei.


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