Les Grandes Orgues mystiques et JSB

hintersatz ⌂ @, Donnerstag, 01. Februar 2024, 21:56 (vor 938 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Sankt Blasien
Muss man ins Navi eingeben. St.Blasien findet es nicht. Die Anfahrt vom Freiburg über das Höllental ist sehr steil, wenn man dann oben ist, geht es erst hinter Tittisee weiter den Berg rauf, dann um den riesigen Schluchsee herum. Ich dachte immer, ich wäre Schwindelfrei, stimmt aber nicht, wenn ich von der Straße auf das gegenüberliegende Ufer des Sees schaue, da wird mir ganz anders, als wollte das Auto in den See kippen, im mäßigen Opel-Standard-CD-Player Sandro R.Müllers Tourmiere, und die Elberfelder Schuke-Orgel klingt, den CD‘ benutze ich sonst nie, weil er so langweilig klingt, jetzt hat der auch eine CD-gefunden, die er spielen kann. Organist grade tot genug, super.
Ich hatte Anweisung bekommen, auf welchem Parkplatz an die Kirche ich den roten Meriva hinstellen sollte, strömender Regen, vom freundlichen Messner in der Kirche gab es eine rote Parkkarte und einen kleinen Schlüsselbund, der auch über Nacht behalten werden durfte.
Zum eigentlich vereinbarten Zeitpunkt hatte sich dann noch der musikalisch Verantwortliche des um den Dom herum gelegenen Jesuiten-Kollegs (Gymnasium (500 Schüler) und Internat (300 Schüler) zu einer Orgelvorführungen für eine kleine Schülergruppe eingefunden, so konnte ich das Instrument erstmal im Raum in den verschiedenen Perspektiven hören.
Erster Eindruck auf der Empore: Klais hat nicht nur einen neuen Spieltisch eingebaut, sondern auch massiv ins Klangbild eingegriffen, kling irgendwie Schwarz-Kleis. Unten dann unter der Kuppel allerdings die Erkenntnis: Klingt schon sehr sehr schön und die Kuppel-Akustik gibt noch ihr Sahnehäubchen obendrauf, also doch großes Kino.
Am Spieltisch hört man die Orgel dann auch ein bisschen indirekt in der Akustik des ehemaligen Mönchschors, was eine gewisse Latenz mit sich bringt, an die man sich auch erst einmal gewöhnen muss.
Der Spieltisch, also da wir den Klang ja jetzt auch Klaisiert vernehmen, brauchen wir auch keine Pneumatik mehr, das Schwarz-Klangbild ist Geschichte.
Die Tastaturen, ich hatte eigentlich befürchtet, so etwas ähnliches wie im Nieler Ei in Köln vorzufinden, etwas klobig und etwas zäh und leicht schwergängig, sind wahrscheinlich das Beste, was Klais um die 1990er so geliefert hat, schnell, präzise und super leichtgängig, schon rein optisch ein echter Hingucker.
Aus den befürchteten 256 Setzerplätzen, die bei Organindex erwähnt sind, wurden 99 Ebenen, von 1-9 und A-H, und davon gibt es nochmals eine frei zugängliche und 4 mit Schlüsseln zugänglich Bänke.
Gewöhnen musste ich ich mich an des offenbar mit Magneten ausgestattete Pedal, man braucht fast keine Kraft, muss nur so einen sich magnetisch anfühlenden Druckpunkt überwinden.
Das klappt dann aber auch sehr präzise.
Übeprogramm heute: Clerambault Premier Suite, kommender Sonntagsgottesdienst, Guilmant op.39, Bachs Triosonate No.2, Bachs Concerto No.1.
Ich komme ja schon an einige Instrumente, aber noch an keinem hat mir das Concerto No.1, No.2 kann man ja überall spielen, auch nur im Ansatz so viel Spaß gemacht, wie hier auf Schwarz-Klais.
Musst einfach nur spielen.

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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi


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