Voix humaine au Récit

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 30. Dezember 2024, 09:12 (vor 620 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Montag, 30. Dezember 2024, 09:18

Ich habe in einem anderen Beitrag geschrieben, was ich als Nichtspieler und mit einer Neigung zur Elektronikskepsis – jedenfalls in rebus organicis – darüber denke. Im Moment kommt mir aber etwas in den Sinn, was anzumerken ich damals keine Muße hatte:

Am Rieger-Vorschlag gefällt mir überhaupt nicht, dass er den Fehler zu wiederholen scheint, das Hauptwerk im tiefsten akustischen Loch zu belassen. Ich befürchte, das wird immer unschöne Folgen haben, sei es dann wegen der nötigen forcierten Intonation, sei es, weil die anderen Werke dann drumherumspielen müssen, dass sie eigentlich viel vorteilhafter platziert sind und schöner klingen dürfen. Bestimmt haben die Riegers das Können, das HW da rauszuintonieren, aber warum ohne Not auf einen entspannten HW-Klang verzichten? Zumal so ein akustisches Loch ein klassischer Platz für ein Récit wäre, das ja etwas entrückter klingen darf.

Tut mir leid, wenn ich da ein schon leicht angesammeltes Fass aufmache, ich wollte das nur mal loswerden.

Dieses Fass steht mitten im Keller und wird noch viele Blicke an sich ziehen oder zur Stolperfalle werden, um im Bild zu bleiben!

Dieser Punkt bewegt mich sehr, weil ich darin ziemlich zerrissen bin. Einerseits habe ich selbst die akustischen Versuche durchgeführt, die genau dieses Loch bestätigen. Andererseits bin ich ziemlich sicher, dass das Recit von "hinten" kommen sollte - und das täte es aus dieser Position nicht. Ich fand schwellbare große Brustwerke (oft bei Schuke-Werder zu sehen) immer interessant, aber in Rostock nehme ich das im Loch stehende II. Manual z. B. zur Begleitung von Chor oder Solisten, wenn es auf der Empore um gutes Hören geht. Sicher, der Effekt verringert sich unten im Kirchenschiff - also dass die Position von HW/Man. II diejenige mit dem geringsten Raumanteil ist.
Man sollte bei Rieger in die gezeichneten Details gucken, die, wie auch bei Grenzing, sehr weit ausgearbeitet wurden. So springt das neu aufgestellte HW leicht nach vorn, das darüber stehende Positiv weiter zurück, eine komplette Stimmgangsebene, die gegenwärtig existiert, entfällt. Das Loch wäre voraussichtlich weniger tief, sozusagen. Aber wie gut diese Details noch ohne Intonationsmaßnahmen das HW aufrüsten könnten, muss relativ spekulativ bleiben, das muss - wer, wenn nicht ich - man zugeben. Ich könnte das noch mal zeichnerisch ausarbeiten, schaffe das aber erst später.


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