Repetierende Pedalmixturen

Aeolinchen, Montag, 16. Mai 2011, 05:36 (vor 5592 Tagen) @ FranzS.


Mal ohne Ironie: Ich halte es für gar nicht mal so abwegig, dass in Süddeutschland auch mal ein langsamer Cantus firmus im Pedal gespielt wurde. Muss mal nach Quellen suchen...


Hallo,
könnte schon möglich sein. Ob das sehr oft passiert ist wage ich zu bezweifeln. Falls das die gängige Praxis gewesen wäre, hätte dies sicherlich Einfluss auf den Pedalumfang nach oben hin gehabt.

Warum eigentlich? So einen großen Umfang hat doch ein Cantus firmus normalerweise nicht. Mit einem Umfang von C-e lässt sich praktisch alles spielen, jedenfalls in den damals üblichen Tonarten.

Wie Friedrich schon erwähnt hat, ließ Kraus oft Choralbässe 4+irgendwas bauen. Mixturencharakter haben die eher nicht, weil der +irgendwas sehr dezent gehalten ist. Der für seine unorthodoxen litugischen Improvisationen und Kompositionen bekannte Kraus hatte einfach auch gern was farbiges für den Pedal C. f. (haarscharf an der Realität vorbei; der örgelnde niederbayerische Lehrerorganist konnte später mit dem 4+ 1 1/3 natürlich gar nichts anfangen)

Ähnlich ist das mit Bornefelds Choralbässen 4' + 2' + 1 1/3'. Die klingen auch nicht wirklich nach "Mixtur".
Das, was bei Kraus zur Mixtur fehlt, hat er dann oft in einem zweiten Pedalregister untergebracht, also z. B. Choralbass 4' + 1 1/3' und dann noch einen Rauschbass 2 2/3' + 2' + 1' daneben.
Bei Supper habe ich mal irgendwo die Kombination Piffaro 4' + 2' und Choralbass 2 2/3' + 1 1/3' + 1' gesehen.


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