Erweiterung oder status quo?

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 10. November 2012, 14:00 (vor 5109 Tagen) @ naflegro

Ich bin prinzipiell eher dafür, ein neues Teilwerk anzulegen, WENN denn schon eine Veränderung her muss und Raum und technische Anlage es zulassen, bevor man an der Disposition herummurkst.


Im "anderen" Forum kam eine ähnliche Frage in den letzten Tagen auf, ich kann ja mal kopieren, was ich dort dazu geschrieben hatte:


Ich habe auch an anderer Stelle schon dafür plädiert, daß man, WENN man solche Orgeln schon verändern muss, dabei wenigstens den beabsichtigten Stil zugrundelegt.


Das bedeutet: Man könnte wohl damit leben, daß man einer Neobarockorgel etwas brauchbarere Zungen verpasst, aber WENN, dann barocke Zungen und keine völlig unpassende Cavaille-Coll-Schwellwerksbatterie.
Wenn mann tatsächlich viel zu eng mensurierte Grundstimmen ersetzt, dann aber nicht durch Schwebungen und Streicher, sondern durch stilistisch entsprechende, aber qualitativ hochwertigere Grundstimmen.
Wenn mann schon meint, Nonen und Zimbeln ersetzen zu müssen, dann wenigstens durch brauchbarere Farbregister oder durch gleichartige Register besserer Bauart, nicht aber durch völlig stilfremde Ergänzungen.

Und WENN man stilfremde Ergänzungen bauen möchte, dann muss man eben bereit sein, ein neues Teilwerk anzulegen. Das wird auf lange Sicht auch nicht teurer, als alle noch so gut gemeinten Verschlimmbesserungen. Viele jüngere Restaurierungen beweisen, daß man mit etwas mehr Konsequenz aus unauffälligen Neobarockorgeln wirklich inspirierende Instrumente machen kann, auch ohne daß man an der Disposition herumdreht und "romantisiert".
Manchmal, in Härtefällen, muss es vielleicht ein neuer Prospektprinzipal sein. Aber das ist allemal eine sinnvollere Investition als Schwebungen, Streicher und durchschlagende Zungen in eine ansonsten neobarocke Orgel zu pflanzen. Neue Universalorgeln gibt es ja mittlerweile wirklich genug. "Lücken" in der Hinsicht sind nicht mehr zu füllen.


Und wenn man sich mit den Neobarockorgeln partout nicht anfreuden kann, dann liegt es immernoch näher, sie wenigstens zu "barockisieren", also sie neu zu intonieren, mit brauchbareren Zungen, breiter aufgestellten Klangkronen und Grundstimmen auszustatten, anstatt sie zu "romantisieren".


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