Man könnte sich ja mal wieder...

MCVL @, Dienstag, 02. April 2024, 22:56 (vor 889 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 02. April 2024, 23:00

Das ist eine sehr kalorienhaltige Dispo!

Ja aber der Kirchenraum verträgt es sicherlich

Sie wirkt schlüssig und ist so wohl auch gemeint, wenn man sich vorstellt, dass ab der Mitte des 19. Jahrhudnerts Wege gefunden worden wären, das problematische Gehäuse schllicht mit (edler) Kraft zu überwinden. Und es hätte dann jemand auch gemacht, so dass man etwas Ähnlöiches, abzüglich neobarocker Entstellungen, heute vorfinden würde.

Es ist eine freie Interpretation von dreimanualigen Instrumenten bedeutender deutscher Orgelbauer des 19. Jahrhunderts unter Hinzufügen stilistisch neutraler Elemente, die mehr Abwechslung ermöglichen. Sie zielt schon auf eine - wie du es richtig erkannt und beschrieben hast - edle Kraft und Fülle ab, die aber niemals geschmacklos oder übertrieben wirkt, wie das so mancher frankophilen Stilkopie anhaftet.

Je nach Aufstellung und Trakturführung wird man auch hier an Hilfsmittel denken wollen - Balanciers o. ä. Beim Lesen der Dispo denke ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so sehr an ein mechanisches Instrument oder nicht mehr an Schleiflade. Einzelne Aliquote würden mir auch zu sehr fehlen. Es wäre sozusagen eine größere Variante der Buchholz-Orgel von Stralsund. Von der Orgellandschaft her gedacht wäre es mir zu nahe an dieser Orgel und der Schweriner Ladegast dran.

Das war mir fast klar, daß Einzelaliquote vermisst werden. Aber die könnte man auch durch die Zerlegung des Cornett in Einzelstimmen erreichen können.
Grundsätzlich bin ich von Schleifladen, orientiert an den technischen Raffinessen, welche dem französischen und deutschen Orgelbau im 19. Jahrhundert zur Verfügung standen, ausgegangen.
Ich würde sie aber nicht in mittel- oder norddeutscher Tradition beheimatet und auch intoniert wissen, sondern eher an Anlehung der wenigen noch erhaltenen süddeutschen Instrumente dieser Art orientiert.
Warm, kräftig, edel, klar und trotzdem nicht von einer forcierten Schärfe. Und weitab von Weigles Seraphonstimmen.


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