Koblenz, ehem. E.-Seifert-Orgel (1930) in St. Joseph

Solcena ⌂ @, Dienstag, 04. November 2014, 22:41 (vor 4387 Tagen) @ tombecher
bearbeitet von Solcena, Mittwoch, 05. November 2014, 00:16

Wer's genau wissen möchte: Ja, Gehäuse und die ganze Technik sind neu. Etwa die Hälfte der Register stammen aus der Vorgängerorgel von 1929 (ebenfalls Seifert, "kleine Schwester von Kevelaer"):

im HW: Flaut major 8 und Quinte 2 2/3 (letztere in der Bauform Lochgedackt, ein herrlicher Klang!)

im SW: alle Labialen außer Fourniture

im BW: Quintade 8, Krummhorn 8 und Vox humana 8

im Ped.: alle Labialen außer Hintersatz sowie die Posaune 16

Der Prinzipal 16 des Pedals ist ein Oktavauszug aus dem 32 bzw. umgekehrt...;-)
Die Prospektpfeifen der Pedaltürme gehören zum Prinzipal 16 des Hauptwerks.

Auf der Vorgängerorgel habe ich auch noch gespielt. Das war trotz der vielen kriegsbedingten Mängel schon eine andere Welt. Schade, dass man wohl aus finanziellen Gründen nicht noch mehr Register in die neue Orgel übernehmen konnte (allein im Pedal gab's 4 labiale 16er...) Trotzdem ist die neue Orgel klanglich sehr sehr gut geworden.

Grüße,
Thomas

P.S. die alte Dispo würde nich auch sehr interessieren, habe meine Aufzeichnungen leider verlegt....

Hallo,

wie versprochen folgt hier noch die Disposition der 1990 teilweise in der neuen R.-Seifert-Orgel aufgegangenen E.-Seifert-Orgel. Ich habe die Disposition bisher noch nicht im Netz gesehen.

Die erste Orgel der neugotischen Basilika (1894) war eine Voit von 1898 mit pneumatischen Kegelladen (II/30).

1930 wurde das Kegelladen-Werk von der Firma Seifert, Köln-Mülheim, auf elektrische Traktur umgebaut und erweitert. Danach lautete die Disposition:

Manual I
1. Principal 16'
2. Principal 8'
3. Flaut major 8'
4. Gamba 8'
5. Gedeckt 8'
6. Dolce 8'
7. Octave 4'
8. Rohrflöte 4'
9. Quinte 2 2/3'
10. Octave 2'
11. Cornett 3-5fach
12. Cimbel 5fach
13. Fagott 16'
14. Trompete 8'
15. Kopfregal 4'

Manual II
16. Violon 16'
17. Flötenprincipal 8'
18. Gemshorn 8'
19. Salicional 8'
20. Unda maris 8'
21. Harmonieflöte 8'
22. Quintatön 8'
23. Bourdon 8'
24. Praestant 4'
25. Traversflöte 4'
26. Salicet 4'
27. Flautino 2'
28. Quinte 1 1/3'
29. Sesquialter 2fach
30. Karillon 3fach
31. Vox humana 8'
32. Oboe 8'
33. Geigenregal 4'

Manual III
34. Bordun 16'
35. Principal major 8'
36. Flöte 8'
37. Viola 8'
38. Zartgedackt 8'
39. Aeoline 8'
40. Vox coelestis 8'
41. Tibia 8'
42. Octave 4'
43. Nachthorn 4'
44. Gemhornquinte 2 2/3'
45. Rohrflöte 2'
46. Waldflöte 2'
47. Terz 1 3/5'
48. Sifflöte 1'
49. Mixtur 5fach
50. Scharff 3fach
51. Tuba 16'
52. Tuba mirabilis 8'
53. Krummhorn 8'
54. Clairon 4'

Pedal
55. Kontrabaß 32'
56. Principal 16'
57. Subbaß 16'
58. Violon 16'
59. Gedacktbaß 16'
60. Flautbaß 8'
61. Octavbaß 8'
62. Quint 5 1/3'
63. Flautbaß 4'
64. Choralbaß 4'
65. Terz 3 1/5'
66. Rauschpfeife 4fach
67. Posaune 16'
68. Trompete 8'
69. Clairon 4'

Alle Angaben lt. Bösken / Fischer / Thömmes: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins, Band 4/1, S. 536ff.


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