Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 1, Orgelweihe

kjz1, Montag, 03. November 2014, 15:06 (vor 4388 Tagen) @ kjz1

Hallo!

Anschliessend möchte ich über die Orgelweihe am 2. 11. berichten. In der Kutzfassung: entspricht der Klang der Orgel dem wuchtigen Gehäuse? Ja, das tut er. Neben der 'Wuchtbrumme' von Förster & Nicolaus in der benachbarten Kirche St. Florin dürfte es sich um die mit einigem Abstand lauteste Orgel in der Region handeln.

Das Gehäuse ist auch deshalb so wuchtig, da der Platz in der Höhe und Tiefe begrenzt war. Also hat man in die Breite (9 m) gebaut. Die relativ geringe Gehäusetiefe verbunden mit dem Freipfeifenprospekt und der quasi hängenden Anordnung hat auch noch einen anderene Effekt: die Orgel klingt relativ direkt in und im Raum. Man kann also bei Konzerten beruhigt einen Platz etwas weiter entfernt von der Orgel wählen.

Die gesamte Veranstaltung dauerte 2 1/2(!) Stunden und war damit definitiv zu lang. Man hat da zu viel auf einmal gewollt (Orgelweihe, Orgeldemonstration, Konzert). Zumindestens das Konzert hätte man abtrennen sollen. So verliessen viele Besucher gegen Ende der Veranstaltung fast 'fluchtartig' die Kirche. Deshalb will ich meinen Bericht auch aufteilen.

Ansonsten war es 'ausverkauftes Haus' (also rappelvoll) und trotz Zusatzbestuhlung mussten etliche Besucher stehen. So einen Besuch verzeichnet die Kirche sonst nur zu Weihnachten bei der Christmette. Dies hatte aber natürlich noch einen anderen Effekt: die Besucher schluckten einen großen Teil des Nachhalls, den die Kirche (Steinfußboden, Eichenbänke) ansonsten besitzt.

Traditionell darf die neue Orgel erst nach der Orgelsegnung klingen. Viele Besucher wunderten sich dann auch, warum nicht schon zu Anfang die Hauptorgel erklang. Somit wurden die beiden am Anfang der Orgelsegnung Lieder ('Nun danket alle Gott' und 'Lobe den Herren') noch in Begleitung des Tuttis der Chororgel gesungen. Und hier zeigte sich dann ganz praktisch, warum eine Hauptorgel erforderlich ist. Bei voll besetzter Kirche und kräftigem Gemeindegesang 'säuft' die Chororgel gnadenlos akustisch ab. Da kann man nur vermuten, dass irgendwo noch eine Orgel mitspielt.

Interessant wäre es gewesen, wenn zumindestens bei der letzten Strophe von 'Lobe den Herren' (dieses Lied wurde während der Orgelsegnung gesungen) die Hauptorgel in die Gemeindebegleitung mit 'eingefallen' wäre, um den himmelweiten klanglichen Unterschied plastisch zu demonstrieren.

Ansonsten hielt der Pfarrer noch eine recht (zu) lange Predigt, wo er dann die Kurve von SMS zur Orgel nahm (also ein sehr weiter Bogen). Der Vorsitzende des Orgelbauvereins stellte noch einmal kurz die Baugeschichte vor. Im Grußwort des Oberbürgermeisters kam dann noch einmal humorvoll zur Sprache, dass diese Kirche ja eigentlich die 'heimliche Kon-Kathedrale von Trier' sei und somit auch einer angemessenen Orgel (neben der städtischen Kemperin in der Rhein-Mosel-Halle) bedürfe.

Viele Grüße,

- Karl-Josef


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