Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

kjz1, Montag, 03. November 2014, 16:00 (vor 4388 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von kjz1, Montag, 03. November 2014, 17:45

Hallo!

Für das Konzert hatte Domorganist Josef Still eher ein ungewöhnliches Programm gewählt. Normalerweise gibt es ja bei Orgelweihen immer so einige 'Unvermeidliche' (die Epidemische, Widor-Toccata, etc.). Josef Still wählte aber Stücke, die die meisten Konzertbesucher das erste Mal in ihrem Leben gehört haben dürften. Und auch ich gestehe: was er da spielte, findet nicht allzu oft den Weg in die Konzertprogramme, weshalb es mir auch an Vergleichsmöglichkeiten mangelt.

Max Reger: Halleluja-Fantasie, op. 52,3

J. S. Bach: Concerto a-moll nach Vivaldi, BWV 593

Karl Höller: Partita zu Allerseelen über den Choral 'O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen', op. 1

Eugene Gigout: Minuetto

Edward Elgar: Sonate G-Dur, op. 28

Der Reger wurde direkt nach der Orgelsegnung gespielt, die restlichen Stücke dann am Schluß. Insgesamt würde ich sagen, dass die romantischen Stücker (Reger, Elgar) der Orgel natürlich wesentlich besser 'entgegenkommen'. Bach geht auch, aber man muss dann sehr selektiv registrieren. Das hat ja auch schon Orgelwilli mit seiner Oberlingerin demonstriert. Der Gesamtklang der Orgel im Tutti ist eher 'breit, flächig und kräftig', auf Verschmelzung hin angelegt. Der Bassbereich ist ebenfalls nicht schwach, hat jedoch für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel 'Mulm'. Da würde ich mir zusätzlich eine klar zeichnende 32' Zunge wünschen.

Bei E. Gigout hätte ich mir auch eher den Grand Choeur dialogue gewünscht. Dies wäre eine Gelegenheit gewesen, Hauptorgel und Chororgel alternierend einzusetzen, um so die Unterschiede zu demonstrieren.

Auch hier wurde wieder in die Pausen der verschiedenen Sätze eines Stückes hineingeklatscht. Allerdings kann ich dies dem Publikum kaum verübeln, denn welcher Laie kennt schon die hier gespielten Stücke und weiss um die Satzfolge?

Zur Orgelweihe ist (nach hier alt gepflegtem Brauch) natürlich auch eine Festschrift erschienen:

Basilika St. Kastor - Die neue Mayer-Orgel
Orgelbauverein St. Kastor [Hrsg.]
Koblenz, 2014
99 S.
ISBN 978-3-9815018-2-7

Leider hat man wieder als Titelbild das farbverfälschte 'offizielle' Photo gewählt: nein, das Gehäuse ist nicht weiß, sondern in hell gebeizter Eiche (hellbraun) gehalten.

In der Festschrift wird auch auf die bisherigen Organisten/Kantoren (ab 1185 nachweisbar) und Orgeln (schon 1320 waren 2 Orgeln nachweisbar) eingegangen, wobei nähere Informationen ab der Stumm-Orgel von 1769 verfügbar sind.

Viele Grüße,

- Karl-Josef


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