Orgeleinweihung Basilika St. Kastor, Koblenz, Teil 3, Konzert

Flûte harmonique, Montag, 03. November 2014, 18:20 (vor 4388 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Flûte harmonique, Montag, 03. November 2014, 18:36

Hallo!

Für das Konzert hatte Domorganist Josef Still eher ein ungewöhnliches Programm gewählt. Normalerweise gibt es ja bei Orgelweihen immer so einige 'Unvermeidliche' (die Epidemische, Widor-Toccata, etc.). Josef Still wählte aber Stücke, die die meisten Konzertbesucher das erste Mal in ihrem Leben gehört haben dürften. Und auch ich gestehe: was er da spielte, findet nicht allzu oft den Weg in die Konzertprogramme, weshalb es mir auch an Vergleichsmöglichkeiten mangelt.

Max Reger: Halleluja-Fantasie, op. 52,3

J. S. Bach: Concerto a-moll nach Vivaldi, BWV 593

Karl Höller: Partita zu Allerseelen über den Choral 'O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen', op. 1

Eugene Gigout: Minuetto

Edward Elgar: Sonate G-Dur, op. 28

Bei E. Gigout hätte ich mir auch eher den Grand Choeur dialogue gewünscht. Dies wäre eine Gelegenheit gewesen, Hauptorgel und Chororgel alternierend einzusetzen, um so die Unterschiede zu demonstrieren.

Auch hier wurde wieder in die Pausen der verschiedenen Sätze eines Stückes hineingeklatscht. Allerdings kann ich dies dem Publikum kaum verübeln, denn welcher Laie kennt schon die hier gespielten Stücke und weiss um die Satzfolge?

Das ist doch ein kreatives und abwechslungsreiches Programm, das Josef Still gespielt hat! Regers Halleluja-Choralfantasie, Bach/Vivaldi BWV 593 und auch die erste Elgar-Sonate sind aber eigentlich Standard-Repertoirestücke, die häufiger in Konzerten zu hören sind. Schön, dass er auch Höllers "O wie selig" programmiert hatte. Das hört man tatsächlich selten, obwohl es lohnenswerte und sehr spannende Musik ist.

Die korrekte Schreibweise von Eugène Gigouts bekanntem Werk ist Grand Chœur Dialogué (mit accent aigu) - Gigout hat dieses Stück allerdings für eine einzige Orgel konzipiert, und das Klangbild der Chororgel in St. Kastor wäre hierfür im Dialog mit der Hauptorgel denkbar ungeeignet gewesen.

Hinsichtlich seltener zu hörendem Konzertrepertoire gibt es eine Neuigkeit (im Zusammenhang mit unserem früheren Thread zu Willan): Stephen Tharp spielt Healey Willans Introduction, Passacaglia and Fugue am 21. Dezember um 17 Uhr an der neuen Eule-Orgel der Konstantinbasilika in Trier, dazu Thierry Escaichs erstes Orgelkonzert (1995) und Widors Symphonie g-Moll op. 42, ebenfalls mit Orgel & Orchester.

Grüße,
Martin


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