Neue Orgel für Wiesbaden, St. Bonifatius

Orlos @, Dienstag, 16. September 2025, 15:22 (vor 354 Tagen) @ Contrebasson 32'

Mir fehlt ehrlicherweise aber auch ein Gespür für die generelle Qualität von Mayer-Orgel aus dieser Zeit.

In Wiesbaden gab es neun Orgeln dieser Werkstatt, an zweien habe ich oft geübt. Als ich den Orgelneubau in der Kirche St. Josef betrieb, wollten die Orgelsachverständigen wieder eine Mayer-Orgel haben. Natürlich kann man dann bei den Wartungsverträgen ein wenig sparen, aber im Sinne einer vielseitigen "Orgellandschaft" konnten wir die offiziellen Stellen überzeugen, es einmal mit einer ganz anderen Firma zu versuchen. Alfred Wild aus Saverne hat uns dann 1994 ein ganz wunderbares Instrument gebaut.
Die Mayer-Orgeln sind eigentlich recht solide gebaut. Bei manchen, die nun alle über 40 Jahre alt sind, gibt es jetzt die üblichen Probleme mit den Schleifenzugmotoren, von größeren Ausfällen ist mir bislang aber nichts bekannt. Die Klais-Orgel der Kreuzkirche, ebenfalls 1994 erbaut, wurde im letzten Jahr für viel Geld renoviert. In dem Augenblick, wo elektrische Schaltungen (hier: Doppeltraktur) verbaut sind, gibt es Verschleiß, das lässt sich wohl nicht vermeiden. Das sagt aber wenig zur "Qualität" aus. Die Orgel in St. Josef ist rein mechanisch, hier gab es bislang keinerlei Renovierungsbedarf.
Selbstverständlich wurde die Orgel in St. Bonifatius viel stärker benutzt als eine Orgel in einer stillen Vorortkirche. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier größere Abnutzung auch bei mechanischen Teilen passiert ist. Es gibt ja auch Hochschulorgeln, die ziemlich "abgespielt" sind. Das betrifft Instrumente aller Firmen. Von einem Qualitätsunterschied würde ich da nicht sprechen. Etwas völlig anderes sind Fehlkonstruktionen bzw. Fehlplanungen. Da fragt man sich mitunter, wie eine solche Orgel abgenommen werden konnte.


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