Anna Lapwood in Köln

gk @, Mittwoch, 16. Juli 2025, 11:16 (vor 418 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von gk, Mittwoch, 16. Juli 2025, 13:20

Mist, eine falsche Taste und alles weg. Also nochmal......:

Einfach irre, was da gestern in Köln ablief. Die Domplatte war schwarz vor Leuten, die Schlange kilometerlang. Mir war zwar klar, dass es etwas voller werden könnte, aber sooooooo voll......??? Auch ein drittes Konzert wäre wohl pickepackevoll gewesen. Echt ärgerlich, dass die meisten sich brav anstellten, und andere Deppen sich einfach vor dem Dom reindrängelten. Selbst für Orgelfeierstunden-Insider war es ein Glücksfall reinzukommen. Ich kannte glücklicherweise die richtigen Leuten und traf sie dann auch zufällig. Glück gehabt.

Von diesem megasupergigantischen Andrang sind wirklich alle überrascht worden, das war selbst bei früheren Konzerten Lapwoods noch nicht der Fall. Ich hatte sie mal in Dortmund (Reinoldi) gehört, da war es "normal" voll. Wen's interessiert: für das Konzerthaus, wo sie auch schon gespielt hat, habe ich mal ein kurzes Interview mit ihr gemacht (https://www.konzerthaus-dortmund.de/de/mediathek/interview-anna-lapwood) und in der aktuellen Organ steht ein längerer Artikel über sie aus meiner Feder.

Die Verantwortlichen und Lapwood haben wirklich alles getan, um die Situation zu retten. Es gab zwei Konzerte mit einem verkürzten Programm nach Ansage. Musikalisch war das allererste Sahne, kann man nicht anders sagen. Alles tiptop gespielt. Man hörte wirklich, dass sie sich zwei Nächte mit Einregistrieren um die Ohren geschlagen hatte. Und: keine Spur von Müdigkeit! Selten hat man die Domorgeln so adäquat registriert gehört. Es gab nur Filmmusik. Vor die Wahl gestellt (per "Applausometer"), ob sie Einaudi oder ein modernes Stück spielen soll, wählte das Volk natürlich Einaudi. Da war die Suppe aber wirklich verdammt dünn, das klang wie aus Interstellar abgekupfert - was sie ausgerechnet auch noch direkt hinterher spielte.....

Lapwood selbst wirkte völlig aus dem Häuschen. Die Polizei bei einem Orgelkonzert, das hatte sie auch noch nicht erlebt. Es gab ein Geburtstagsständchen für eine Konzertbesucherin und insgesamt ein außergewöhnliches Konzerterlebnis. Es ist schon bemerkenswert, wie souverän und authentisch Lapwood ihr Publikum im Griff hat. Da ist m.E. nach nix gekünstelt, sie ist einfach so. Und das macht sie auch so glaubwürdig. Wie lange sie diese Welle reiten kann - keine Ahnung. Sie kann jedenfalls was und so lange sie nicht nur Einaudi spielt.....


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