Eingeweiht: Bad Segeberg (Winterhalter)

elias.orgel, Mittwoch, 09. Juli 2025, 12:13 (vor 426 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von elias.orgel, Mittwoch, 09. Juli 2025, 13:06

Vielleicht ist es ja angesichts dieses Spieltisches / Schrankes für manche Menschen nachvollziehbar, dass ich es gewagt habe ein anderes Design
"nicht gerade als großen Wurf"
zu empfinden...

Es ist auch immer eine Frage der budgetären Möglichkeiten. Da sollte man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ;)

Für Improvisationen und für das liturgische Orgelspiel brauche ich die Koppeln als Pistons. Die fehlen in Bad Segeberg. Was bringt das schönste Design, wenn es an der Funktion hapert?
Wenn man diese Winterhalter-Spieltische aus der Nähe betrachtet, sind sie übrigens gar nicht mehr so toll, insbesondere die weißen Registerwippen kamen mir haptisch arg billig vor.

Es ist auch immer eine Frage des zur Verfügung stehenden Platzes, der unterzubringenden Bedienelemente und die Frage der Positionierung.
Für einen dreimanualigen Spieschrank im Orgelfuß mit etwa fünfzig Registerschaltern habe ich einfach ganz andere Möglichkeiten als für ein freistehendes viermanualiges Möbel mit über 100 Registerschaltern.

Natürlich könnte man in Eltville die eine oder andere Detailfrage anders lösen und gestalten - das bleibt den jeweils unmittelbar Beteiligten überlassen und sowohl als Betrachter wie auch als Gast gilt für mich "take it or leave it" und wenn es nicht gerade grobe objektive Fehler sind, lerne ich für mich und eventuelle eigene Projekte daraus.

Auch bei den Winterhalter-Spielschränken bin ich nicht uneingeschränkt am Jubeln. Für mich z. B. stelle ich immer zuerst die Frage, ob denn Notenpulte höhenverstellbar sind. Zu hoch angebrachtes Notenpult bedeutet immer eine noch größere Kopfbewegung um den Blick zwischen Tasten, Spielhilfen und Noten zu wechseln.
Und irgendwann stößt auch das Konzept aller Registerschalter in einer Reihe zwischen oberstem Manual und Notenpult an seine Grenzen. Zeigen wird das die Praxis über die Jahre...

Beim gewählten Segeberg-Foto ist interessant, dass es den Tisch in Benutzung, also mit Noten und gedrückten Wippen, zeigt. In 45 Minuten sitze ich wieder an meiner Mühle, und werde mich vermutlich wieder über die abseitige Position wichtiger Wippen (Pedalzungen) ärgern.
Mit der rechten Hand erfordern sie eine ziemlich starke Blick-Wendung, und mit der linken sind sie kaum sicher bzw. schnell zu erreichen. Auch hier spreche ich natürlichv vor allem von der Impro-Situation. Das Thema ist wirklich sehr bedeutend.

-

Sorry - aber gutes Design ist NIE eine Frage des Budgets.!

Eher im Gegenteil - wer zuviel Geld hat gerät viel eher in die Versuchung...
und
bei den restlichen "Argumenten" kann ich wirklich nur den Kopf schütteln

Wahrscheinlich wirken die Wippen deshalb so billig weil sie nicht aus dem richtigen Kunststoff (der kein Kunststoff ist) gefertigt wurden

und

Natürlich hätte man in Eltville einfach einen sehr guten Entwurf nutzen können...

und

Niemand hat die Absicht eine Mauer (aus Wippen) zu bauen

und

was sollen die ganzen anglo amerikanischen Menschen sagen die es gewohnt sind mit Divisionals zu improvisieren...

Vielleicht passt dem einen oder der anderen auch die Schriftart oder Größe der Registerschalter nicht, oder dass auf den i keine Herzchen sind...

und die gewählte Holzart für die Pedale oder Orgelbank sind definitiv Diskussionswürdig...

Trotzdem bleibt es dabei
Fragen wir doch mal 1000 Leute auf der Straße
Dass es Spieltische gibt, denen man die Einfallslosigkeit ihrer "Designer" auf den ersten Blick ansieht

Ich nehme mal an, dass das Pedal in Segeberg nicht höhenverstellbar ist...
Ergonomisch sicherlich zu bemängeln - dem Design tut es aber keinen Abbruch...

Und schon meine Freundin hatte kaum ein besseres Argument gegen meine Haus Entwürfe als
"wer soll denn da die Fenster putzen"

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott


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