Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen

stein @, Dienstag, 17. Juni 2025, 23:06 (vor 447 Tagen) @ Rolf

Man kann über Oberlinger viel schimpfen, aber in Beuel haben sie meines Erachtens klanglich Beachtliches geleistet. Ich bin mir nicht sicher, ob Klais sich so stark hätte "verbiegen" lassen, ein stilistisch von der damaligen Firmenphilosophie stark abweichendes Instrument zu erstellen. Insofern ist man in Beuel mit Oberlinger wahrscheinlich besser gefahren.

Die Orgel im Bonner Münster gilt auch im Hause Klais als herausragendes Instrument, ich finde sie ebenfalls besser als andere aus dieser Zeit.


Zustimmung sowohl zu Beuel als auch Bonner Münster. Ich weiß, dass Orgelwilli Ende der siebziger mit den Oberlingers quer durch Frankreich zu allen wesentlichen CC-Orgeln gepilgert ist. Hören, spielen und wo möglich, Mensuren abnehmen. Bauweisen des Pfeifenmaterials studieren. Da ist man vor nichts zurückgeschreckt, incl. der Traktur mit Barkerhebel. Ich glaube nicht, dass sich Hans Gerd Kais mit seiner Mannschaft da derart reingekniet hätte zu dieser Zeit. Die Beueler Orgel hatte damals als Instrument im französischen symphonischen Stil zumindest für Deutschland ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in dieser Stilistik.

An beiden tollen Orgeln habe ich in meiner Bonner Zeit tausende von Stunden gespielt. Absolut unterschiedliche Instrumente. Die Münsterorgel wurde von Klais 1986 nocheinmal vergrößert, was ihr viel brachte.


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