Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen

Friedrich @, Samstag, 14. Juni 2025, 15:37 (vor 450 Tagen) @ Cmcmcm1

Ich finde die Liste eine gute Idee. Schließlich ist die Hauskirche die nächste Gelegenheit, zu zeigen, was man wie kann.

Zu George Heintz in Schiltach: Dort war seine Frau KMD, die für seine Werkstatt große Orgel baute er also gewissermaßen auch für sie.

Ergänzen könnte ich
Philipp Furtwängler (Gronau/Leine) und
Kreienbrink (Osnabrück).

Furtwängler hatte seine Werkstatt bekanntlich in Elze. Die nächste Gelegenheit für einen großen Orgelneubau ergab sich aber erst 1859 in Gronau. Das ist zwar siebeneinhalb Kilometer weit weg, aber zu Fuß wäre das in eineinhalb Stunden zu schaffen, mit dem Fuhrwerk in weniger als in einer, und man hätte Zeit zum Kundenumzirzen. In alten Längenmaßen des Königreichs übrigens ziemlich genau eine hannoversche Landmeile. Tom Winpenny hat hier eine sehr schöne Schumann-CD eingespielt (Naxos).

Kreienbrink hatte seine Werkstatt früher in Osnabrück-Hellern, zehn Minuten zu Fuß von der katholischen Kirche St. Wiho. In die moderne Backstein-und-Kupfer-Architektur baute die Orgelbauerfamilie eine Orgel mit Gehäuse in "westfälischem Bauernbarock" ein, um auch die historisierende Gehäusegestaltung vorführen zu können, die damals immer mehr nachgefragt wurde. Ein Pfeifenstock war in Bleistift gekennzeichnet mit "St. Vorführ". Die Orgel ist auf Stockmeiers Bach-Gesamteinspielung zu hören.

Zwei unterschiedliche Fälle von Vorführorgel: Furtwängler zeigte alles, was er kann, Kreienbrink das, was am meisten bei ihm bestellt wurde. Für beides findet man in der Liste viele Fallbeispiele.

Das finde ich auch das Interessante an der Liste: Welche Frage beantwortet sie? Und das ist doch wohl: Was will ein Orgelbauer in der Kirche in fußläufiger Entfernung zeigen?


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