ewige Fragen, war: Ruben Sturm - München Mariendom

MartinH, Donnerstag, 13. März 2025, 00:16 (vor 547 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....die Diskussion wird niemals enden, weil es jenseits der Stilfragen ja noch weitere Kategorien gibt - davon vieles zwischen (Noten-)Zeilen, kaum objektivierbar oder in Worten ausdrückbar -, das das jeweilige Gesamtbild formt. Zudem ist jede Musik, ist sie erstmal "in der Welt", in einem unaufhörlichen hermeneutischen Prozess, der ihre Wahrnehmung immer wieder neu konditioniert.

Klar liegst Du mit Deiner Aussage zu Dupré im Grunde richtig. Andererseits: die schnurgerade Stringenz, mit der er hier BWV 542 spielt, ist im Hinblick auf Instrument und Akustik durchaus stimmig - und technisch bewundernswert souverän. Schnitte wird es hier nicht geben, jeder Verspieler, sofern ihn die bescheidene Aufnahmetechnik nicht zudeckt, bleibt hörbar.

Ich würde mir nicht zutrauen, die Akustik nach dieser Aufnahme einzuschätzen. Aber die spielte in der Zeit für Aufnahmen eh keine große Rolle. Da musste man "nah ran" und spielte fürs Mikrofon. Und auch, wenn man die fehlenden Schnitte anerkennen muss, wirklich gut finde ich das nicht. Da ist einfach zu wenig Differenzierung. Hört man auch bei dieser einfachen Aufnahme raus. Aber selbstverständlich wollte er (und seine Zeit) es so. Im Vergleich ich - immerhin auch keine Schnitte (die Probleme höre ich schon).
https://youtube.com/watch?v=6ovFpeVGi6w
Die 548 gefallen mir beide nicht so recht - im Vergleich Hans Fagius, finde ich wunderbar, alleine schon die ersten Takte:
https://youtube.com/watch?v=lfPcVOSly3o
Bach-Interpreten haben es heute ungeheuer schwer - tausend Vergleiche und wirklich alles schon mal dagewesen. Da gibt es mittlerweile wohl dankbarere "Spielfelder".


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