Ruben Sturm - München Mariendom

link1907 @, Mittwoch, 12. März 2025, 15:04 (vor 550 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ein "romantischer Bach" ist mir allemal lieber als irgendein Staccato-Gehacke, um dann auch noch zu glauben das wäre "HIP".


Hier liegt spürbar eine Verletzung vor, ausgeführt durch eine oder mehrere Personen, die mit dem Mittel der Artikulation nicht umgehen konnte(n). Interessant wäre jetzt, ob diese Person(en) sich selbst aber HIP-spielend empfanden, oder sie sich nur auf einen HIP-Lehrer berufen haben.
Letzteres war vor 20, 30 Jahren besonders oft zu finden:
Meisterkurs besucht, die Sache aber nicht richtig verstanden oder doch nur passiv teilgenommen ohne Feedback des Meisters, dann aber in der Heimat mutig und selbstbewusst das Missverständnis in Orgelspiel gegossen, eventuell geäußerte Hörerkritik mit Verweis auf den Meister abgebügelt.

Ich vertrete aber die Überzeugung, dass artijuliertes Spiel definitiv HIP ist, und für Bach die Dupré-"Artikulation" (das nahezu ununterbrochene Legato, gewissermaßen eine Vokalise anstelle von textiertem Gesang) eine Katastrophe darstellt, deren Wirkung nur deshalb stark gemindert wird, weil - wie von Vorrednern erneut festgestellt - Bach nahezu alles an Misshandlung aushält.<


HIP bedeutet doch letztendlich, auf Bach bezogen, so zu spielen und zu artikulieren wie es zu Bachs Zeiten üblich war? Insofern war ja Dupre auch überzeugt das er HIP spielte, bezüglich
der Schüler, Enkelschüler etc. bis Hesse. Und dann eben Hesse, Lemmens bis Dupre.
Für mich ist, was HIP betrifft, am ehesten die "Stuttgarter Schule" mit Lohmann und Laukvik
nachvollziehbar, das sogenannte "ordentliche Fortgehen", was die Artikulation anbetrifft.
Ob man anhand der erhaltenen Quellen auch verläßlich auf Tempi schließen kann weiß ich
nicht.


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