Vom Reiz der Superkoppel, war: Weise in Pfarrkirchen

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 24. Februar 2025, 12:39 (vor 562 Tagen) @ ErikvdNeers

Walcker hat auch bei kleine Instumenten oft in die Swellwerk eine Superkopppel ausgebaut.
Ich kenne eine II/16 aus 1900 da macht das schöne Effekt mit die Vox celeste.

Selbst unsere Orgel bekam im 1907 angefügten SW eine ausgebaute Oberoktave. Kurios - eine nur geringfügig "abgenordete" mechanische Spätbarock-Orgel (1793) mit Barkermaschinen (um 1888, nicht genau bekannt, für welche Werke) erhält eine zusätzliche Kleinpedallade mit Streichern und neuem 16'-Principal und wie gesagt ein komplettes SW (beides pneum. Kegellade) mit 16.8.8.8.8.8.8.8.8.4.4.Prog.Schf.16.8.4 und Superoctavausbau.

Die Akten sprechen allerdings von 61 Tönen für die Windlade, und es wird zwar ausdrücklich eine "Octavkoppel" berechnet - 61 Töne wäre aber nur C-c4. Die restliche Orgel hatte Manualumfang C-f3 (mit in den drei Marx-Werken nicht vorhandenem Cis, die Taste zog angeblich cis°), demnach hätte eine ausgebaute Oberoktave eigentlich zu 65 oder 66 Tönen führen müssen. Entweder, es wurde ein wenig gespart (auch könnte Platz ein Problem gewesen sein) oder die Laden wurden in einem Standard-Umfang zugekauft und sollten mithilfe der Octavkoppel möglichst gut genutzt werden. Pfeifenzahlen pro Register sind in der Rechnung leider nicht genannt. Als Pedalumfang wurden, passend zu den älteren Laden, 27 Töne genannt.

Eine eigene Klaviatur bekam das neue SW nicht, es wurde wohl mit einem der anderen Manuale verbunden. Der damalige Organist Hans Klöres hat wenig Nachrichten hinterlassen. Ob auch er, wie manche Vorgänger, mit der Bauaufsicht überfordert war, bleibt spekulativ.


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