Eisenberg der moderne Bach?

Cor de Basset, Dienstag, 25. Juni 2013, 07:54 (vor 4811 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von Cor de Basset, Dienstag, 25. Juni 2013, 07:59

1998 veröffentlichte Doblinger eine Festschrift zu Hans Haselböcks 70. Geburtstag mit dem Titel "De arte organistica". Peter Planyavsky hatte hierzu einen vorzüglichen Beitrag verfasst: "Es kommt etwas dazu!" - Der Kirchenmusiker in einer neuen, geänderten Zeit.

Plany griff eine Aussage von Karl Rahner auf ("Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein.") und adaptierte dieses Satzmodell "für einige Wünsche an die kommenden Kollegen" (S. 142). Die Überschriften der einzelnen Abschnitte sprechen für sich:

I. Der Kirchenmusiker der Zukunft wird ein Qualitäts-Musiker sein, oder er wird nicht mehr sein.

II. Der Kirchenmusiker der Zukunft wird gemeindebezogen arbeiten, oder er wird nicht mehr arbeiten.

III. Der Kirchenmusiker wird Vielfalt als Programm haben, oder er wird gar kein Programm haben.

IV. Der Kirchenmusiker wird auch für Kinder und Jugendliche da sein, oder er wird nicht mehr da sein.

V. Der Kirchenmusiker der Zukunft wird für alles zuständig sein, oder er wird nicht mehr zuständig sein.

VI. Der Kirchenmusiker der Zukunft wird pädagogisch tätig sein, oder er wird nicht mehr tätig sein.

Peter Planyavsky schliesst mit den Worten: "Und zu all dem kommt noch etwas dazu. Wieviel und warum es dazu kommt, sollten Lehrende und Lernende, Klerus und Laien, Liturgiker und Musiker im Konsens erarbeiten - im Konsens jener Vielfältigkeit, die charakteristisch für unsere Zeit und ihre Kirchenmusik ist." (S. 146).

Auch 15 Jahre nach der Veröffentlichung dieses Buches haben diese Aussagen - auch überkonfessionell betrachtet - nichts von ihrer Brisanz verloren.


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